[Rezension] Lewis Carroll - Alice im Wunderland

Inhalt:

 Ein sonniger Tag am Fluss, doch dann entdeckt Alice das weisse Kaninchen und beschliesst, ihm zu folgen. Und plötzlich findet Alice sich im Wunderland wieder. Einem Ort, an dem alles möglich scheint...

Meine Meinung:

Vor einigen Jahren habe ich "Alice im Wunderland" zum ersten Mal gelesen. Damals fand ich es zwar ganz nett, aber ich hatte wohl etwas ganz anderes erwartet. Wahrscheinlich mehr Disney-Magie. Deshalb fehlte mir in der Geschichte einfach etwas und Alice liess mich etwas enttäuscht zurück.
Nun verspürte ich plötzlich die Lust, die Geschichte noch einmal zu lesen. Ich brauchte ganz dringend einen Ausflug ins Wunderland. Und es tat meiner Seele gut, noch einmal mit Alice durch diese seltsame, verwirrende und faszinierende Welt zu schlendern.

Es gibt grundsätzlich zwei Meinungen zu "Alice im Wunderland": Die einen sagen, dass hinter jedem Satz eine tiefere Bedeutung steckt, die anderen sagen, Carroll habe einfach nur Drogen genommen.

Es gibt genug Bücher, die sich mit der Bedeutung dieser Geschichte auseinandersetzt und man findet so viele Hinweise, versteckte Kritik und Sinnbilder, wenn man nur will. Der Aufbau jedoch erinnert wieder sehr stark an Träume. Überhaupt bewundere ich Caroll dafür, dass er es wie niemand sonst schafft, die Traumwirklichkeiten nierderzuschreiben. Zum Beispiel die ganz plötzlichen Wechseln von einem Ort zum anderen.

Auffallend sind die vielen Lieder und Gedichte, die der Autor in sein Werk einflechtet. Immer wieder wird gesungen oder rezitiert. Wobei manchmal ganz absurde Geschichten erzählt werden. Aber da das ganze Wunderland recht absurd ist, passt das hervorragend zusammen.

Ich liebe diese Ausflüge ins Irrationale, bin ich doch kein grosser Freund der Realität. Interessanterweise war Carroll Mathematiker, wobei wir wieder beim Thema des tieferen Sinns sind. Dieser ist bestimmt da und manchmal erharscht man sogar einen kleinen Blick darauf, aber dann ist er auch schon wieder um die nächste Ecke verschwunden.

Natürlich könnte ich jetzt eines der Bücher, die über das Wunderland geschrieben wurden, lesen und mich danach klug fühlen. Aber lieber lese ich Alices Abenteuer wieder und wieder und entdecke meinen eigenen Sinn, meine ganz eigene Bedeutung in dieser Geschichte, als dass ich die Ansichten von jemand anderem übernehme.

Das Wunderland ist ein Zufluchtsort für jeden von uns, jeder ist dort willkommen und jeder passt perfekt hinein. Man kann Caroll eigentlich nur dankbar sein, dass er uns diese Möglichkeiten eröffnet hat. Ich jedenfalls bin es.

Fazit:

Ein grosses Stück Literatur. Auf perfekt abgestimmte Art und Weise chaotisch, aber nie wirr oder sinnlos. Ein Buch, das man tatsächlich immer wieder lesen kann. Denn man liest niemals dieselbe Geschichte, sie wandelt sich immer wieder und erfindet sich ständig neu.
Nicht vergessen zu erwähnen sollte man die wundervollen Illustratinen von John Tenniel. Die gehören einfach dazu!


Lewis Carroll
Alice im Wunderland
Illustrierte Ausgabe
Null Papier

978-3-95418-002-8 (E-Pub)

Kommentare

  1. Hallo Jari,

    ich horte das Buch schon länger am SuB, ein Klassiker, den ich unbedingt mal selbst lesen will.

    Liebe Grüße,
    Nicole

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    1. Hallo Nicole,

      Es ist eine ganz besondere Geschichte und ich bin schon auf deine Meinung dazu gespannt.

      Viele Grüsse,
      Jari

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