[Manga] Takimoto/Oiwa - Welcome to the NHK

Im Manga "Welcome to the NHK" geht es um ein Phänomen, das in Japan immer häufiger auftritt und teilweise auch schon im Westen beobachtet wurde: Die Hikikomori. Die Betroffenen, häufig junge Männer, schliessen sich dabei freiwillig in ihrem Zimmer oder ihrer Wohnung ein und meiden den Kontakt mit der Aussenwelt.

Tatsuhiro ist auch ein Hikikomori, seit vier Jahren hat er seine Wohnung nicht mehr verlassen und er hat sogar die Theorie entwickelt, dass der Sender N.H.K weltweit Leute ins Hikikomori-Dasein treiben will. Doch dann taucht Misaki auf, die Tatsuhiro heilen möchte. Ob das klappen wird?

Die in acht Bänden abgeschlossene Mangareihe basiert auf der gleichnamigen Light Novel von Tatsuhiko Takimoto und wartet mit jeder Menge Spass und Drama auf. Eigentlich wird gleich mal die ganze japanische Anime/Manga-Kultur hoch. Viele Witze basieren jedoch auf der Kenntnis dieser Welt und sind nur lustig, wenn man sich einigermassen in diesem Bereich auskennt. Ein Manga für selbstironische Otaku sozusagen. 
 
Teilweise sind die Szenen jedoch wirklich abgedreht, vor allem ab dem Moment, als Hitomi auftaucht, die gegen den Stress des japanischen Alltags Drogen nimmt. Am Ende des zweiten Teils landet Tatsuhiro deswegen sogar in einer Selbstmordgruppe. Ob er da wieder rauskommen wird?

Natürlich ist die ganze Geschichte sehr übertrieben dargestellt, aber genau deswegen hat sie sehr viel Zugkraft und ein enormes Tempo. Zeichner Kendi Oiwa setzt diese Spannung geschickt um, vor allem diverse verzerrte Gesichter liegen ihm sehr gut. Er setzt Tatushiros Leidensweg in stilistisch klare Bilder um, die ohne viel Details auskommen.

Die Zielgruppe dieser Reihe ist definitiv männlich, aber natürlich können sich auch Mädchen mit diesen Manga beschäftigten. Man sollte ein gewisses Flair für überrissene Darstellungen haben und sich auch im Bereich der Anime/Manga/Gamewelt etwas auskennen, dann steht einem humoristischen Lesevergnügen nichts mehr im Weg.

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

[Rezension] Georgi Gospodinov - 8 Minuten und 19 Sekunden

[Sonstiges] Noch einmal Hong Kong oder: Mein erstes Fotobuch

[Rezension] Rico Forwerk - Amurante: Der Wald