[Rezension] N.K. Jemisin - Die Gefährtin des Lichts

Rückentext:
Wenn das Licht der Götter erlischt...
Die junge Strassenkünstlerin Oree ist blind, doch es ist ihr gegeben, Magie zu sehen. Daher ist auch sie es, die in einer Seitenstrasse Elysiums die Leiche eines Gottkindes entdeckt. Dabei sind Götter doch unsterblich! Bevor sie sich versieht, steckt Oree mitten in einer Verschwörung von schrecklichem Ausmass. Und ausgerechnet Oree ist der Schlüssel zum Erfolg der Verschwörer...

Rezension zu Band 1: Die Erbin der Welt

Es ist schon ziemlich lange her, seit ich den ersten Band von N.K. Jemisins Reihe "Das Erbe der Götter" gelsesen habe. Anfang 2012 habe ich die Rezension zu "Die Erbin der Welt" veröffentlich. Dementsprechend erinnerte ich mich an kaum mehr etwas aus dem ersten Buch. Nur noch, dass er mir richtig gut gefiel.

Nach all den Jahren komme ich also endlich dazu, zu erfahren, wie es weitergeht. Doch eigentlich ist es egal, ob man nun das erwähnte erste Buch oder "Die Gefährtin des Lichts" zuerst liest. Ich kam auch ohne Vorwissen (da in Vergessenheit geraten) wieder in die faszinierende Welt von Jemisin hinein.

Als Leser fühlt man sich ein wenig wie ein Tourist, der bei einer fremden Familie in einem fernen Land zu Gast ist. Jeder weiss, was zu tun ist und wieso, aber man selbst steht etwas daneben und guckt einfach mal zu. So liest man sich ein in das einfache Leben der Oree, die uns auch beschreibt, wie es ist, Magie zu sehen, aber nicht den Rest der Welt. Der Leser wird hier nicht einfach geführt, sondern er muss sich auch selber etwas bemühen, sich hier zurechtzufinden. Merkt das Buch, dass diese Mühe vorhanden ist, fühlt man sich in der Welt Elysiums sehr rasch wohl.

Zumindest solange, bis man merkt, welche Intrigen hier eigentlich von statten gehen. Das war auch im ersten Teil schon so: Man kann niemandem trauen und nichts ist, wie es scheint. Genau solche Plots mag ich sehr gerne. Wenn man plötzlich eine Information geliefert bekommt, mit der man nicht gerechnet hat und alles ist auf einmal ganz anders.

Nach dem wirklich faszinierenden Start wird "Die Gefährtin des Lichts" dann aber leider von einem Hänger heimgesucht und kann sich im letzten Drittel kaum noch davon erholen. Oree gerät in Gefangenschaft und ab diesem Moment zieht sich auch alles ein wenig. 

Zwar kommt es immer wieder zu spannenden und magischen Duellen, Kämpfen und auch Toden, aber die anfängliche Magie zwischen Buch und Leser (mir) ging irgendwie verloren. Lieber wäre ich in den verwirrenden Strassen Elysiums geblieben und hätte diese weiter erforscht. Aber die Autorin hatte da andere Pläne.

Dennoch hat mir das Grundmuster der Geschichte wieder gefallen. Denn es ist mal eine etwas andere High Fantasy-Geschichte, ohne die altbekannten Muster. Götter sind hier real und sie tauchen praktisch überall auf. Zumindest Oree begegnet ihnen am laufenden Band. "Die Gefährtin des Lichts" führt die Geschichte über den Fall der Götter aus Band eins weiter, aber wie gesagt, ich hatte kein Problem, mich hier zurecht zu finden und möchte natürlich auch den nächsten Teil lesen.

N.K. Jemisin

N.K. Jemisn
Die Gefährtin des Lichts
Broschiert, 1. Auflage 2010
Blanvalet

978-3-442-26670-8

Aus dem Amerikanischen von Helga Parmiter
Originalausgabe: The Broken Kingdoms
Orbit, New York 2010

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