[Rezension] Tom Clancy - Gefahrenzone

Rückentext:
Jack Ryan riskiert alles

Für Präsident Jack Ryan ist die Stunde der grossen Entscheidung gekommen. Und noch nie war der Einsatz so hoch: China will sich Taiwan einverleiben. Doch die Insel steht unter dem Schutz der Vereinigten Staaten. Kann Jack Ryan den Krieg der Supermächte verhindern?

Meine Meinung:
Dieses Buch habe ich als Urlaubslektüre für Hong Kong gekauft, bin dann aber bis jetzt nicht dazu gekommen, es zu lesen. Sowieso hätte ich nie gedacht, dass ich mal einen Clancy lesen werde. Dass er mir dann auch noch gefallen würde, damit hätte ich nicht gerechnet. Aber erstens kommt es anders und zweitens als man denkt.

Wenn ich an Tom Clancy denke, dann habe ich einen Action-Blockbuster ganz im Stile Hollywoods im Sinn. Mit viel Beng-Beng und Boom-Boom. Aber man soll sich ja nicht immer auf seine Vorurteile verlassen, denn ich wurde überaus positiv überrascht. Das Buch ist ein durch und durch spannender Polit-Thriller.

Die Geschichte erleben wir aus den unterschiedlichsten Perspektiven mit, auf diese Weise wird das typische Schwarz-Weiss-Denken grösstenteils ausgeschaltet. Natürlich sind die Russen und die Chinesen noch immer die Feinde, aber Clancy bemüht sich, nicht eine ganze Nation zu verurteilen, sondern einfach jene Gruppierungen, die hier am Werk sind. Durch Adam Yao kommt ausserdem ein sehr sympathischer Ermittler aus Hong Kong zum Zug.

Der Umfang eines Clancys kann jemanden vielleicht abschrecken, aber ich kann bestätigen: Man merkt es kaum. Der Schreibstil ist sehr angenehm, man hält hier einen richtigen Page-Turner in der Hand, der sich ohne Probleme runterliest. Hinzu kommt eine packend erzählte Geschichte, die wirklich an grosses Kino erinnert, aber viel mehr Tiefe aufweist.

An manchen Stellen geht der Autor stark ins Detail, zum Beispiel bei technischen Beschreibungen. Hier hatte ich oft etwas Mühe, weil mir die ganzen Abkürzungen nichts sagen. Diese Hintergrundinformationen sind jedoch nicht ausschlaggebend für das Verständnis der Handlung. Sie zeigen bloss, dass der Autor weiss, wovon er spricht. Diese Details geben der Geschichte jedoch viel Realität, ebenso wie das Setting, das so überall auf der Welt geschehen könnte.

Hier erleben wir Agenten und Politiker auch mal als Menschen aus Fleisch und Blut. Auf der Leinwand wirken sie meist unantastbar und unzerstörbar. Clancy gibt seinen Figuren ein Gesicht und eine Geschichte, die sich über die komplette Serie hinweg entwickelt. Ja, ich habe mit dem letzten Buch einer Reihe begonnen und wusste es nicht einmal...

Mich konnte Tom Clancy mit "Gefahrenzone" von Anfang bis zum Schluss überzeugen. Ich war sofort mittendrin und konnte die Spannung regelrecht fühlen. Kino-Feeling in Buchform!


Tom Clancy
Gefahrenzone
TB, 2014
Heyne

978-3-453-43812-5

Aus dem Amerikanischen von Michael Bayer
Originalausgabe: Threat Verctor
Putnam's Sons, New York 2012

Kommentare

  1. Die Verfilmungen sind sehr zu empfehlen, aber nur diejenigen, die auf Tom Clancys Romanen basieren. Der letzte mit Chris Pine, "Shadow Recruit", ist einer dieser Nicht-basierten-Tom-Clancy-Romane-Verfilmungen, der ist zwar auch spannend geraten, aber doch ziemlich schwach von der Story her.

    LG
    Stephan

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    1. Wie peinlich, ich wusste bloss von der Verfilmung von "Jagd auf Roter Oktober". Aber klar, die Bücher lassen sich toll verfilmen. Müsste ich auch mal versuchen. Ich geh mich mal in den Schrank schämen ;)

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  2. "Jagd auf Roter Oktober" war nicht schlecht, aber meine Lieblinge sind "Die Stunde der Patrioten" und "Das Kartell" mit Harrison Ford als Jack Ryan, der ist für mich auch der beste Jack Ryan-Darsteller.

    Alec Baldwin in "Jagd auf Roter Oktober" ging einigermaßen, nachdem man sich an seine Art und sein Aussehen gewöhnt hat.

    Ben Affleck in "Der Anschlag" und Chris Pine "Shadow Recruit" waren für mich die zwei schlechtesten Jack Ryan-Darsteller, für mich viel zu jung, obwohl dies bei den beiden Projekten so geplant war, handelte es sich doch um die Vorgeschichten, bevor Ryan zu dem bekannten Agenten aus den Büchern wurde, wenn Ryan schon etwas älter ist, eben Baldwin und Ford, dies sagt mir persönlich mehr zu, ist aber Geschmacksache.

    LG
    Stephan

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    1. Du machst mir Lust auf beides: Die Bücher und die Filme :D Mal sehen, was mir zuerst über den Weg laufen wird!

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