[Rezension] Margot Kässman - Im Zweifel glauben

Rückentext:
Wie lässt es sich leben, wenn der Glaube unsicher geworden ist? Wenn Zweifel sich einstellen und persönliche oder öffentliche Krisen den vertrauten Kindheitsglauben infrage stellen? Margot Kässmann hat solche persönlichen Krisen selber erlebt und durchgestanden. Die Theologin und Bestsellerautorin hat auch öffentliche Krisenphänomene wahrgenommen und angesprochen. In diesem Buch gibt sie Antworten, um diesem Zweifel zu begegnen. Denn es braucht auch Mut, den Zweifel ernst zu nehmen - und es macht Hoffnung, wenn er nicht das letzte Wort hat. Amazon

Meine Meinung:
Dieses Buch habe ich aus beruflichem Interesse gelesen. Frau Kässmann ist eine berühmte Theologin und Pfarrerin, die schon einige Titel veröffentlicht hat. Da ich mich in diesem Umfeld bewege, wollte ich Frau Kässmanns Bücher mal etwas näher kennenlernen.

In „Im Zweifel glauben“ setzt sich Kässmann mit einem wichtigen Teil des Glaubens auseinander, nämlich dem Glauben in harten Zeiten. Wie kann man als Christ damit umgehen, dass man selbst oder jemand anderes einen harten Schicksalsschlag trifft? Da fragt man sich, wieso Gott dies zulässt und Zweifel kommt auf. Gibt es Gott wirklich?

Die Autorin gibt dem Leser ihres Buches einen kleinen theologischen Rucksack mit auf den Weg, aus dem man im Zweifel zehren kann. Dazu gehören natürlich die Zehn Gebote, das Vaterunser und viele Zitate aus der Bibel.

Denn Kässmann aus eigener Erfahrung, dass Glauben nicht immer einfach ist. Aber jemand, der fest in seinem Christ-sein verwurzelt ist, darf -nein, muss!- Zweifel zulassen, muss sich Fragen stellen und Antworten finden, die zu einem passen. Alles andere endet in Fundamentalismus und soweit darf und soll es nicht kommen.

Immer wieder erzählt Kässmann aus ihrem eigenen Leben und holt kleine Anekdoten hervor, wie sie in dieser oder jenen Situation umgegangen ist. Damit zeigt sie auf, dass auch eine Theologin sich Fragen zu Gott und zu Jesus stellt. Dies aber nicht als Gefahr für ihren Glauben betrachtet, sondern als Bereicherung.

Das Buch liest sich sehr angenehm und bis auf einige Ausnahmen verzichtet die Autorin auf Fachausdrücke. „Im Zweifel glauben“ soll ein Handbuch für den aktiven Christen sein, der mit beiden Beinen im Leben steht. Durch viele Bilder und die kleinen Geschichten verdeutlicht Kässmann ihre Botschaften und schafft es dadurch, dass ihr Text nicht sofort wieder in Vergessenheit gerät. Man merkt dem Schreibstil somit die schriftstellerische Erfahrung der Autorin an.

Ich empfand das Buch als äusserst aufschlussreich und denke, dass es ein treuer Begleiter im Alltag eines Christen ist. Für mich war „Im Zweifel glauben“ eine äusserst informative und aufschlussreiche Lektüre, obwohl ich mich selbst nicht als aktiven Christen bezeichnen würde. Dennoch sagen mir Kässmanns Ansichten und Grundideen zu. Dazu trägt bestimmt auch der weltoffene und akzeptierende Geist dieser Theologin bei, sodass man dieses Buch auch ruhig lesen kann, wenn man nicht jeden Sonntag in die Kirche geht.


 Margot Kässmann
Im Zweifel glauben
Worauf wir uns verlassen können
HC mit Schutzumschlag, 1. Auflage 2015
Herder

978-3-451-32832-9

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