[Comics] My Little Pony Band 3 & Reinhard Kleist - Der Traum von Olympia

Rückentext:
Eigentlich braucht Applejacks Bruder Big McIntosh nur ein paar Nägel, doch wenn in Ponyville gefeiert wird, kann man nie vorhersehen, was passiert. Drama, Enthüllung, Sehnsucht - jedes Pony hat seine ganz eigene Geschichte zu erzählen.
Der zweite Teil enthüllt den Ursprung der märchenhaften Romanze von Shining Armor und Prinzessing Cadance, die erst den ein oder anderen Tripplebarren überwinden muss, bevor die zwei Ponys zueinander finden.

Meine Meinung:
Ponys sind gut, Ponys sind sogar sehr gut. Und da gerade Pony-Pause ist, versüsse ich mir die Wartezeit mit dem dritten Sammelband der MLP-Comics.

Die erste Geschichte funktiniert ganz und im gar im Sinne der Serie. Wir haben viel Spass, viele Details im Hintergrund und eine Hauptfigur, die nach der ganzen Odyssee etwas Neues gelernt hat. Es war wirklich goldig, BigMc auf seiner Odyssee zu folgen, immer wieder auf seine kleine Schwester Applebloom zu stossen und auch sonst jede Menge kleiner Mini-Geschichten im Hintergrund zu finden. Es ist natürlich ein richtiger Feelgood-Comic, der einen zum Lachen bringt und es schafft, uns den schweigsamen Hengst etwas näher zu bringen.

Von der zweiten Geschichte war ich jedoch ziemlich enttäuscht. Man hätte hier eine epische Liebesgeschichte erzählen können, wie sie zu einem so grossen und einflussreichen Paar wie Cadance und Shining Armor passen würde. Aber nein, was bekommen wir? Eine typische, langweilige, vorhersehbare Teenagergeschichte. Muss das sein?!

Ausserdem fehlt mir hier auch die Erklärung, wie Candance zur Prinzessin geworden ist, denn in der High School war sie schon eine (Prinzessinen gehen in der Ponywelt also nicht gesondert zur Schule), aber geboren werdenen Prinzessinnen auch nicht. DAS wäre doch ein guter Hintergrund für ihre Liebesgeschichte gewesen!

Somit gefiel mir eigentlich nur die Szene, in der Candance Twily foalsittet und sie gemeinsam berechnen, wie gut Shining Armor und Cadance zusammenpassen (100% natürlich - wie öde).

 
Rückentext:
Dass Reinhard Kleist in der Lage ist, schwierigste historische Themen in einer Graphic Novel umzusetzen, hat er mit "Der Boxer" bewiesen. Jetzt nimmt er ein aktuelles Thema anhand einer wahren Geschichte auf: Die Sprinterin Samia Yusuf Omar vertrat Somalia bei den Olympischen Spielen 2008 in Peking. In ihrer Heimat wurde sie jedoch von islamistischen Extremisten bedroht, die ablehnen, dass Frauen Sport treiben. In der Hoffnung, an der Olympiade in London teilnehmen zu können, versuchte sie die Flucht nach Europa. Samia Yusuf Omar ertrank 2012 im Alter von 21 Jahren vor der Küste Maltas im Mittelmeer.

Meine Meinung:
Von Richard Kleist habe ich bereits eine Graphic Novel vorgestellt und war bereits da tief beeindruckt vom Können dieses Künstlers. Als dann "Der Traum von Olympia" den Katholischen Kinder- und Jugendbuchpreis 2016 gewann, wusste ich sofort, welches Werk Kleists ich mir als nächstes zu Gemüte führen würde.

Der Zeichnungsstil ist derselbe wie bereits gewohnt und liebgewonnen. Etwas düster, strichig, aber dabei mit einem Auge für die kleinen Details. Kleist legt sehr viel Gefühl in seine Bilder und das überträgt sich auf den Leser und natürlich die Geschichte.

Hier wird wiederum eine wahre Begebenheit erzählt und zwar jene der jungen Samia Yusuf Omar, die nur eins will: Laufen. Nach Olympia 2008 träumt sie davon, 2012 an den Spielen in London teilzunehmen. Doch in ihrer Heimat fehlt es an Trainingsmöglichkeiten und die Extremisten sehen es sowieso nicht gern, wenn Frauen irgendwas machen. Rennen schon gar nicht. Deshalb beschliesst Samia, wie viele andere auch, nach Europa zu gehen. Leider wird ihr, wie vielen anderen auch, die gefährliche Reise zum Verhängnis.

Kleist erzählt Samias Geschichte ohne Pathos. Er versetzt sich gekonnt in das junge Mädchen, das nur ein Ziel vor Augen hat und alles dafür opfert. Der Autor zeigt uns, unter welchen Umständen die Menschen in Afrika leben, wie sie tagtäglich um ihr Leben fürchten müssen, wie sie in Europa das glorreiche Land sehen, das es leider nicht ist. Es gibt zu viele Vorurteile, zu viele leere Versprechungen und dafür lassen diese Menschen dann ihr Leben.

Dieser Comic trägt seinen Teil dazu bei, nicht alle Flüchtlinge über einen Kamm zu scheren und mal genauer hinzuschauen. Es ist ein schwieriges Thema, aber Kleist nimmt sich dessen, wie bereits gesagt, auf eine sehr gute Art und Weise an.

Nur das Vor- und Schlusswort waren mir zu viel des Guten, zu viel des blauäugigen Akademikertums. Aber diese Texte muss man ja auch nicht lesen, was zählt ist rein Samias Geschichte.

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