[Rezension] Oliver Bowden - Assassin's Creed: Renaissance

Rückentext:
Die italienische Renaissance im Jahre des Herrn 1476: Wo Kultur und Kunst direkt neben Bestechung, Gier und Mord gedeihen, wo sich konkurrierende Familien erbarmungslose Blutfehden um politische und wirtschaftliche Macht liefern – hier beginnt die Reise eines von Rache beseelten jungen Adligen, der einst zu einem Instrument des Todes werden soll – ein einsamer Vollstrecker. Er folgt dem Weg der Bruderschaft der Assassinen und erlernt die geheimen Fähigkeiten des uralten Attentäter- Ordens. Auf der Jagd nach den Mördern seiner Familie nutzt er die Weisheit großer Geister wie Leonardo Da Vinci und Niccolo Machiavelli, um seine Feinde zur Strecke zu.

Meine Meinung:
Offen gebe ich zu, dass ich mich an den Games versucht habe, aber mit der Steuerung hoffnungslos überfordert war. Wirklich weit bin ich in „Assassin’s Creed“ also nie gekommen. Da mir aber die Stimmung in den Spielen so zugesagt hat, freute ich mich darüber, dass ich zumindest in den Genuss der Bücher kommen darf. Da überlässt man das Klettern den Anderen.


Dass dieses Buch auf einer Gamesreihe basiert, merkt man sofort. Nicht nur, dass man bereits von Anfang an auf irgendwelchen italienischen Türmchen herumkraxelt, auch das Suchen und Aufspüren von bestimmten Artefakten und das Ausführen von Aufträgen erinnert stark an die üblichen Muster von Computergames.

"Assassin's Creed: Renaissance" liest sich gut und flüssig, ab und zu hat Autor Oliver Bowden italienische Ausdrücke eingestreut, die in einem Glossar übersetzt werden. Auch im Buch geht es blutig zu und her, Enzio findet sich für meinen Geschmack etwas zu schnell in der Rolle des ruchlosen Mörders.

Allem Lesespass zum Trotz ist dies mein grösster Kritikpunkt. Es fehlt an charakterlicher oder sonstiger Tiefe. Man rennt von Auftrag zu Auftrag, von Mord zu Mord, aber da die Figuren zu zweidimensional sind, bleibt man als Leser eher unangetastet von den teilweisen schlimmen Geschehnissen. Das Buch fokussiert sich zu stark auf die ausführende Handlung, Charakterentwicklung bleibt dabei auf der Strecke.

So liess auch irgendwann mein Interesse nach, die Geschichte zieht sich vor allem am Schluss unnötig in die Länge. 100 bis 150 Seiten weniger hätten hier nicht geschadet. Schade, dass trotz des stimmungsvollen und vielversprechenden Anfangs nicht darauf aufgebaut worden ist. Am meisten gefallen haben mir die Szenen mit Leonardo Da Vinci, der Ezio mit allem möglichen Waffen und Artefakten unterstützt.

Ob ich die Reihe weiterlese ist fraglich, da das Buch rückblickend eher nichtig wirkt. Vielleicht versuche ich es doch lieber noch einmal mit dem Controller in der Hand.
 
 

Oliver Bowden
Assassin's Creed
Renaissance
Broschiert, 5. Auflauge 2013
Panini

978-3-8332-2235-1

Aus dem Englischen von Timothy Stahl
Originalausgabe: Assassin's Creed: Renaissance
Penguin Books, London 2009

Kommentare

  1. Ich gebe zu, ich verstehe das Konzept der "Assassin's Creed"-Reihe nicht. Vielleicht bringt der zuletzt auf DVD und BluRay veröffentlichte Film mit Michael Fassbender und Marion Cotillard mehr Licht in diesen dunklen Teil meines Gehirns.

    LG
    Stephan

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    1. Den Film haben wir eben erst gesehen - Rezension in Vorbereitung :)
      Grundsätzlich geht es aber um Zeitreisen dank High-Tech ;)

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