[Rezension] John Steinbeck - Of Mice and Men

Rückentext:
Drifters in search of work, George and his childlike friend Lennie, have nothing in the world except the clothes on their back - and a dream that one day they will have some land of their own. Eventually they find work on a ranch in California's Salinas Valley, but their hopes are dashed as Lennie - struggling against extreme cruelty, misunderstanding and feelings of jealousy - becomes a victim of his own strength. Tackling universal themes of friendship and shared vision, and giving a voice to America's lonely and dispossessed, Of Mice and Men remains Steinbeck's most popular work, achieving success as a novel, Broadway play and three acclaimed films.

Meine Meinung:
Steinbecks berühmtes Werk war einer jener Klassiker, die mich eigentlich nie sonderlich reizten. Bis ich dann in Italien diese wundervolle Penguin-Ausgabe fand und sie einfach haben musste. Und manchmal geschehen noch Zeichen und Wunder und ein Buch wird von seinem Dasein als SUBling erlöst. So geschehen mit "Of  Mice and Men".

Das Lesen des kurzen Stücks ging recht schnell und zügig vonstatten, dafür tue ich mir mit einer Rezension sehr schwer. Nicht, weil das Buch schlecht wäre, eher im Gegenteil. Steinbeck bringt auf nur wenigen Seiten so viel zur Sprache, dass es mir als Leser diese sozusagen verschlagen hat. Ich finde (mal wieder) kaum die richtigen Worte, um mein Leseerlebnis zu schildern.

"Of Mice and Men" ist kurz, aber intensiv. Ein Happy End kann man hier nicht erwarten, schon alleine die Zusammenfassung lässt darauf schliessen. Steinbeck schreibt kurze, prägnante Sätze; man merkt, dass das Stück eigentlich als Drehbuch verfasst wurde. Die kurzen Beschreibungen der Umwelt können ohne Weiteres als Regieanweisungen aufgefasst werden.

Dennoch entwickeln diese kurzen Sequenzen einen starken Eindruck und vermitteln sehr viel Gefühl für die Landschaft. Aber auch die Dialoge sind kurz gehalten und vor allem sind sie in Dialekt geschrieben. Fremdsprachigen Lesern könnte das teilweise Mühe bereiten, da die gesprochene Sprache auf dem Lande eine ganz andere ist als jene, die man in der Schule lernt.

Doch ist genau das eine der grossen Pluspunkte der Geschichte. Es gibt dem Stück Glaubhaftigkeit, die Figuren werden noch greifbarer dadruch, dass sich jede anders ausdrückt. Wir treffen auf unterschiedliche Charaktere mit verschiedenen Hintergründen - natürlich verwenden all diese Personen ganz andere Worte, betonen anders etc.

Der Autor schönt hier nichts. Melancholische Darstellungen vom Leben "On the Road" gibt es hier nicht. Es ist ein Buch, das von Träumen handelt und die brutale Realität zeigt. Dafür braucht es keine 300 Seiten, sondern nur die gut 120 von Steinbeck. Dieses Buch gehört zu den am kontroversesten diskutierten und am häufigsten zensierten Büchern.

Auch wenn man dieses Werk also rasch durch hat, so bleibt einem die Geschichte und die Figuren darin erhalten. Dieses Buch kann man nicht einfach so vergessen. Es greift Themen auf, die uns bis heute begleiten, es ist intensiv und eindringlich. Ein verdienter und äusserst lesenswerter Klassiker.


John Steinbeck
Of Mice andMen
TB, 2014
Penguin Books

978-0-141-39603-3

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