[Rezension] Yasutaka Tsutsui - Paprika

Rückentext:
Paprika - exotic, piquant, to be used sparingly. The eponymous heroine of Tsutsui's novel is the alter ego of brilliant and beautiful psychotherapist Atsuko Chiba, one of the leading brains in the Institute for Psychiatric Research. An expert in the use of 'psychotherapy devices' that trap a patient's dreams and display them on a monitor, Atsuko is able to manipulate those dreams, even enter them, as an aid to psychoanalysis. When treating private patients, Atsuko transforms herself into the guise of Paprika - a captivating girl of unknown age - to mask her true identity.As Paprika delves ever deeper into her realm of fantasy, the borderline between dream and reality becomes increasingly blurred. All the more so when a colleague at the Institute develops a new device that allows the dreams of several individuals to be combined simultaneously. With this, they enter dangerous territory - far from curing their patients, they could drive them insane. Rich in humorous dialogue and ridiculous situations, replete with the folly of human desires, yet with an underlying sense of menace that 'all is not what it seems', Paprika could be described as the very pinnacle of Tsutsui's art.

Meine Meinung:
Durch den Anime bin ich auf dieses Buch aufmerksam geworden. Der Film ist ziemlich eindrücklich, wenn auch oft etwas verwirrend, also war ich gespannt, wie die Romanvorlage daherkommt. Nach dem Lesen gebe ich gleich offen zu, dass mir hier der Film tatsächlich besser gefallen hat.

Einerseits fehlte mir grundsätzlich die Spannung. Das Buch ist sehr auf die Technik aus, was natürlich zum Genre des Sci-Fi passt, aber dennoch kam für mich kein grundsätzliches Interesse an der Handlung auf. Ich bekam kein Gefühl für diese Zukunftsvision und obwohl dieses Gerät äusserst beängstigend ist, kommt dies nicht wirklich rüber. Es kann natürlich an der englischen Übersetzung liegen oder daran, dass ich nicht jeden feinen Zwischenton auffassen konnte, aber der Erzählton kam mir eher langwierig und öde vor, wo ich eine zumindest teilweise rasante und abgründige Geschichte erwartet hatte.

Was ebenfalls dazu beitrug, dass mir der Zugang zum Buch verwährt blieb, waren die Figuren. Sie wirken nicht real, nicht glaubhaft. Vor allem Paprika bzw. Atsuko. Sie ist ein Übermensch, zu perfekt und wirklich jeder (!) Mann, der hier auftritt, verliebt sich in sie. Das sind dann insgesamt irgendwie fünf bis sechs Stück. Und natürlich bandelt sie mit jedem an, weil das ja nur in den Träumen passiert, ist das ok. Macht sie das echt auch mit ihren weiblichen Patienten? Irgendwann war dieses Beziehungsgeflecht so undurchschaubar, dass ich nur noch den Kopf schütteln konnte. Ich habe auch schon Bücher gelesen, in der eine Frau mehrere Männer hat (z.B. in der Reihe von Yasmine Galenorn), aber in diesem Buch hatte ich eher den Eindruck, dass sich Tsutsui etwas sexuelle Frustration von der Seele schreiben wollte. Grundsätzlich keine schlechte Idee, jedoch hapert es an der Umsetzung und lässt die Figuren ziemlich lächerlich dastehen.

Nein, irgendwie war die Lektüre für mich eher enttäuschend und frustrierend. Deshalb habe ich meine Pläne, auch "The Girl who lept through Time" zu lesen, beerdigt. Man sollte ja nicht so schnell urteilen, aber Tsutsui scheint einfach nicht mein Autor zu sein.


Yasutaka Tsutsui
Paprika
TB, 2013
Vintage

978-0-307-38918-3

Aus dem Japanischen von Andrew Driver
Originalausgabe: Papurika
Shinchosha, Tokyo 1993

Kommentare

  1. Die Idee klingt zumindest interessant, schade, dass das Buch dem nicht gerecht wurde. Hat der Anime den gleichen Namen?

    Lg

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    1. Ja, das finde ich auch sehr schade. Vielleicht war ich einfach vom Anime zu sehr eingenommen, wer weiss. Aber ja, der Anime trägt denselben Titel: https://de.wikipedia.org/wiki/Paprika_(Anime)

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