[Hörbücher] Jussi Adler-Olsen - Selfies

Rückentext:
Vizepolizeikommissar Carl Mørck wird zur Aufklärung eines brutalen Todesfalls von der Mordkommission in Kopenhagen hinzugezogen. Wie sich herausstellt, gibt es eine Verbindung zu einem mehrere Jahre zurückliegenden und ausgesprochen brisanten cold case. Ausgerechnet jetzt geht es Carls Assistentin Rose sehr schlecht. Sie wird von grauenhaften Erinnerungen aus ihrer Vergangenheit heimgesucht. Sie kämpft mit aller Macht dagegen an - und gegen das Dunkel, in dem sie zu ertrinken droht. Und welche Rolle spielen die jungen Frauen Michelle, Jasmin und Denise, die sich zu einem starken und hochexplosiven Kleeblatt verbündet haben?

Der neue Thriller von Jussi Adler-Olsen verspricht atemberaubende Spannung bis zur letzten Minute - ungekürzt gelesen von Wolfram Koch.

Meine Meinung:
Schon bei Erscheinen war ich auf den neuesten Titel aus der Feder Jussi Adler-Olsens gespannt. Da kam mir das Hörbuch dazu gerade recht. Bereits meinen letzten Olsen habe ich als Hörbuch gehört und da mir Sprecher Wolfram Koch bereits von damals bekannt war, zögerte ich nicht, mir „Selfies“ anzuhören.

Leider konnte mich dieses Werk weniger packen als die anderen. Es war mir zu voll gepackt. Die Idee, dass mehrere Fälle, die keinen Zusammenhang zu haben scheinen, eben doch ineinander verstrickt sind, gefällt mir. Doch dieses Mal haperte, allem erzählerischen Talent von Adler-Olsen zum Trotz, die Umsetzung.

Man spickt einmal hierhin, dann wieder dorthin und muss sich mit sehr vielen Figuren auseinandersetzen (wobei für mich vor allem die Mädelsclique zu einem überschminkten Parfümhaufen zusammenschrumpfte) - mit der Zeit surrte sogar bei mir der Kopf.

Auch kommen Szenen vor, die es für die Geschichte in dieser Form nicht gebraucht hätte oder man hätte anders zum Ziel kommen können (z.B. die Szene mit der Isländerin). Für mich hätte sich Olsen auf ein paar Figuren weniger konzentrieren sollen.

Vor allem da auch die Sache mit Rose viel Platz einnimmt und in seiner deftigen Schilderung einiges vom Zuhörer bzw. Leser verlangt. Olsen beschreibt sehr eindrücklich, wie sich ein psychischer Zusammenbruch anfühlt. Nur schon dieses Thema hätte ein einzelnes Buch füllen können.

Aus diesen Gründen musste ich mich teilweise zwingen, „Selfies“ weiterzuhören. Es interessierte mich nicht wirklich, wie der Fall nun gelöst wird. Wir sind sehr selten im Sonderdezernat zu Gast, sondern viel zu oft bei Figuren, die eh bald sterben. Dafür finde ich Carl und sein Team viel sympathischer als diese Gänsetussis.

Koch liest das Buch wie gewohnt sehr angenehm. Mir gefällt seine Stimme, ihren Klang. Auch hat er unterdessen etwas Dänisch gelernt, aber teilweise klingt seine Betonung für mich einfach entweder lustig oder irritierend.

Mal sehen, wie sich der nächste Olsen für mich anhören oder anlesen wird.


Jussi Adler-Olsen
Selfies
2CDs, 17h16min
ungekürzte Lesung von Wolfram Koch
DAV

978-3-86231-987-9

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