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[Rezension] Niccolò Machiavelli - Die Alraune

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Rückentext: Man kennt Machiavalli als den Autor des Buches Il Principe, der viel gelesenen, oft kommentierten und noch viel häufiger kritisierten politische Abhandlung. Dass derselbe Autor, dem man die Erfindung des Machiavellismus zuschreibt, auch eine Komödie verfasst hat, ist weit weniger bekannt. "Die Alraune" ist ein Schauspiel, in dem viele Elemente der Commedia dell‘Arte eingehen. Der geizige Alte, der junge Liebhaber, den freche Diener und der intrigierende Schmarotzer sind bekannte Figuren und haben ihre Vorbilder in den hergebrachten Charakteren. Und dennoch ist das Stück einzigartig. Die Menschenkenntnis, die sich Machiavelli als Diplomat und als Reisender erworben hat, verwandelt die Typen der Commedia dell‘Arte in Menschen aus Fleisch und Blut. In dem Verlauf der Intrige und in dem Willen der Handelnden, ihre Ziele zu erreichen, sieht man den Fürsten aus Machiavellis politischen Schriften am Werk. Dass es sich um ein Liebesabenteuer und nicht um eine kriegeris...

[Rezension] George Saunders - Lincoln in the Bardo

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Rückentext: February 1862. The Civil War is less than one year old. The fighting has begun in earnest, and the nation has begun to realize it is in for a long, bloody struggle. Meanwhile, President Lincoln’s beloved eleven-year-old son, Willie, lies upstairs in the White House, gravely ill. In a matter of days, despite predictions of a recovery, Willie dies and is laid to rest in a Georgetown cemetery. “My poor boy, he was too good for this earth,” the president says at the time. “God has called him home.” Newspapers report that a grief-stricken Lincoln returns, alone, to the crypt several times to hold his boy’s body. Willie Lincoln finds himself in a strange purgatory where ghosts mingle, gripe, commiserate, quarrel, and enact bizarre acts of penance. Within this transitional state—called, in the Tibetan tradition, the bardo—a monumental struggle erupts over young Willie’s soul. Meine Meinung: Wow - das beschreibt die Lektüre von "Lincoln in the Bardo" wohl am beste...

[Rezension] Kazuo Ishiguro - Never Let Me Go

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Rückentext: In one of the most memorable novels of recent years, Kazuo Ishiguro imagines the lives of a group of students growing up in a darkly skewered version of contemporary England. Narrated by Kathy, now 31, Never Let Me Go hauntingly dramatises her attempts to come to terms with her childhood at the seemingly idyllic Hailsham School, and with the fate that has always awaited her and her closest friends in the wider world. A story of love, friendship and memory, Never Let Me Go is charged throughout with a sense of the fragility of life. Meine Meinung: Schon lange mal wollte ich etwas von Kazuo Ishiguro lesen, hatte ich doch schon viel von ihm gehört. Positives durchwegs. Als er dann den Literaturnobelpreis gewann, war das für mich das Signal, diesen Plan endlich in die Tat umzusetzen. Also holte ich mir "Never Let Me Go" in der deutschen Übersetzung aus der Bibliothek. Nur um es zwei Tage später wieder zurückzugeben. Ich hatte 20 Seiten geschafft und dann f...

[Rezension] Doron Rabinovici - Die Ausserirdischen

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Rückentext: Eine ausserirdische Macht soll die Erde erobert haben, und die Menschheit gerät auf den Prüfstand - was wären die Folgen? Sol, der Held dieses so rasant wie ironisch erzählten Romans, erfährt sie am eigenen Leib. Und stellt sich der Frage von Schuld und Verantwortung. Meine Meinung: An dieses Buch ging ich heran, ohne den Hintergrund des Autoren zu kennen. Ich las den Rückentext und dachte, "Das wär doch was!". Schlussendlich entwickelte sich die Handlung in eine ganz andere Richtung, als dass ich zu Beginn gedacht hatte, doch fand ich genau das richtig faszinierend und begeisternd. Interessant war auch, dass mir Sol eigentlich eher unsympathisch ist, zumindest seit dem Gespräch mit dem Tierrechtler war er bei mir unten durch. Trotzdem ging er mir nicht auf die Nerven und nur das ist es, was mich an Figuren stört. Ja, Hauptfiguren dürfen unsympathisch sein, ob nun vom Autoren gewollt oder aufgrund von persönlichen Neigungen (wie hier bei mir). Als lesensw...

[Rezension] Robert Menasse - Die Hauptstadt

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Rückentext: Fenia Xenopoulou, Beamtin in der Generaldirektion Kultur der Europäischen Kommission, steht vor einer schwierigen Aufgabe. Sie soll das Image der Kommission aufpolieren. Aber wie? Sie beauftragt den Referenten Martin Susman, eine Idee zu entwickeln. Die Idee nimmt Gestalt an – die Gestalt eines Gespensts aus der Geschichte, das für Unruhe in den EU-Institutionen sorgt. David de Vriend dämmert in einem Altenheim gegenüber dem Brüsseler Friedhof seinem Tod entgegen. Als Kind ist er von einem Deportationszug gesprungen, der seine Eltern in den Tod führte. Nun soll er bezeugen, was er im Begriff ist zu vergessen. Auch Kommissar Brunfaut steht vor einer schwierigen Aufgabe. Er muss aus politischen Gründen einen Mordfall auf sich beruhen lassen; ≫zu den Akten legen≪ wäre zu viel gesagt, denn die sind unauffindbar. Und Alois Erhart, Emeritus der Volkswirtschaft, soll in einem Think-Tank der Kommission vor den Denkbeauftragten aller Länder Worte sprechen, die seine letzten sein k...

[Rezension] Amos Oz - Eine Geschichte von Liebe und Finsternis

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Rückentext: Die Geschichte des Jungen Amos, der im Jerusalem der vierziger Jahre aufwächst – eine große Familien-Saga, ein Epos vom Leben und Überleben, ein Buch der Enttäuschungen und der Hoffnung. Meine Meinung: Eigentlich hatte ich nie vor, dieses Buch zu lesen. Schlussendlich tat ich es trotzdem und zwar für die Weltreise-Challenge. Also liess ich mich von Amos Oz durch Jerusalem und seine Geschichte führen. Es war kein Flop, obwohl ich mich doch etwas durch das Buch quälen musste, und das ist schon mal nicht schlecht. Grundsätzlich bin ich nun froh, sagen zu können, dass ich ein Buch von Amos Oz gelesen habe. Dazu auch noch sein wohl bekanntestes. Am meisten gefielen mir die einzelnen Passagen, in denen es um die Literatur und Amos' intellektuelle Familie ging. Also vor allem der Anfang hat es mir doch sehr angetan. Doch schlussendlich hat sich das Buch für mich zu sehr verzweigt, aber damit hatte ich schon gerechnet. Vielleicht war meine Lektüre somit eine sich ...

[Rezension] Charles Dickens - Grosse Erwartungen

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Rückentext: Charles Dickens schönster und reifster Roman liegt nun in brillanter Neuübersetzung vor. Der Waisenjunge Pip erlernt das Handwerk des Schmieds, dann stiftet ihm ein unbekannter Wohltäter ein Vermögen, damit er sich in London zum Gentleman ausbilden kann. Es geht um Kindheit und Erwachsenwerden, um Arm und Reich, um Klug und Dumm, um Gut und Böse. Melanie Walz hat in ihrer Neuübersetzung den unverwechselbaren, leicht ironischen Ton Dickens' perfekt getroffen. Im Nachwort erklärt sie die Entstehungsgeschichte des Buches. Meine Meinung: Wer kennt dieses enorme Werk der Weltliteratur nicht: „Grosse Erwartungen“ von keinem Geringeren als Charles Dickens. In wie vielen Büchern bin ich schon über diesen Titel gestolpert? Tatsächlich habe ich sogar Lloyd Jones' Buch „Mister Pip“ im Regal stehen. Ohne das berühmte Original gelesen zu haben. Überhaupt - Schande über mich, dass ich mich so lange vor diesem Meisterwerk, diesem Geniestreich gedrückt habe. Denn da...

[Rezension] Nikolai Gogol - Die Nase/Der Mantel

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Rückentext: Mit seinen Petersburger Novellen 'Die Nase' und 'Der Mantel' hat Gogol Weltliteratur geschrieben. Auf einzigartige Weise, vieldeutig und amüsant, mischen sich in seiner Erzählkunst Phantastik und Realismus, Tragik, Humor und Groteske. Im Vordergrund steht in beiden Novellen der Mensch, den die zaristische Gesellschaftsordnung zerreibt. Dem einen fehlt eines Morgens die Nase. Später begegnet er ihr auf offener Straße: in der Uniform eines Staatrats, der er selber gern wäre. Der andere hat unter größten Entbehrungen auf einen neuen Mantel gespart, verliert ihn dann aber kurz nach dem Kauf und zerbricht daran seelisch und physisch. Vieles erinnert in diesen Erzählungen an Laurence Sterne und E.T.A. Hoffmann. Auf Kafkas 'Verwandlung' weist vor allem 'Die Nase' deutlich voraus. Beide Geschichten, „Die Nase“ und „Der Mantel“ sind sehr kurz und rasch gelesen. Aber es braucht auch solche kleine Häppchen in der russischen Literatur,...