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[Rezension] Bret Easton Ellis - American Psycho

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Rückentext: In American Psycho, Bret Easton Ellis imaginatively explores the incomprehensible depths of madness and captures the insanity of violence in our time or any other. Patrick Bateman moves among the young and trendy in 1980s Manhattan. Young, handsome, and well educated, Bateman earns his fortune on Wall Street by day while spending his nights in ways we cannot begin to fathom. Expressing his true self through torture and murder, Bateman prefigures an apocalyptic horror that no society could bear to confront. Meine Meinung: Dieses Buch las ich für eine Challenge, deren Aufgabe lautete "read a banned book". Da wir in der Schweiz nur ganz selten Bücher verbieten, musste ich halt auf Amerika ausweichen. Die haben da die gängigere Tradition, Bücher zu bannen. Über "American Psycho" wurde schon viel gesagt und geschrieben. Was ich in letzter Zeit so hörte: "lies es nicht, wenn du Tiere magst", "ekelhaft" bis hin zu "ich vertrag ...

[Rezension] Nona Fernández - Die Strasse zum 10. Juli

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Rückentext: Immer wieder zieht es Greta in die »Straße zum 10. Juli« in Santiago de Chile. Es ist die berühmte Straße der Ersatzteilverkäufer. Hier sucht Greta die nötigen Teile, um den Schulbus, in dem ihre einzige Tochter tödlich verunglückte, wieder zusammenzusetzen. Die Suche führt sie zurück in ihre eigene Vergangenheit und in das verlassene Haus ihrer Jugendliebe Juan, das als einziges Gebäude der Gegend trotzig den Abrissplänen einer Baufirma widersteht. Doch Juan ist verschwunden, so wie damals die Freunde der kommunistischen Jugendbewegung zu Zeiten der Militärdiktatur, so wie die Kinder der Colonia Dignidad. Doch irgendwo in einem Loch im Boden werden sie alle gefangen gehalten, all die Verschwundenen. Irgendwo unter der Erde Chiles brodelt es gewaltig.  Meine Meinung: Dieses Buch erhielt ich im Zuge meiner neuen Mitgliedschaft im "Anderen Literaturclub", ohne diesen wäre ich wohl nie auf dieses Werk aufmerksam gemacht worden. Da wäre mir tatsächlich etwas e...

[Rezension] Nadine Pungs - Das verlorene Kopftuch

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Rückentext: Ein Glas Wein trinken, ohne Kopftuch über die Straße laufen und einfach einen Mann küssen. Da, wo Nadine Pungs sich hinbegibt, ist all das strengstens verboten, werden Frauenrechte nicht sonderlich geachtet und können alltägliche Dinge mit Peitschenhieben bestraft werden. Ihr Ziel: der Iran. Mit Schmugglerbussen und Taxifahrern, die während der Fahrt zum Himmel beten, reist sie von Teheran über den Persischen Golf im Süden bis fast an die Grenze zu Aserbaidschan im Norden. Dabei möchte sie herausfinden, was sich hinter dem leidigen Begriff »Achse des Bösen« verbirgt und wie der Iran abseits westlicher Klischees tatsächlich tickt. Schließlich bekommt sie nicht nur einen Wein angeboten, sondern mehrere ... Der Verlust des Kopftuchs scheint somit unvermeidlich. Und als sie auch noch dem smarten Kourosh begegnet, ist das Chaos perfekt. Eine poetische Reise hinter den Schleier, in ein zerrissenes Land voller Menschlichkeit und Schönheit. Meine Meinung: Lesen ist das, was mein...

[Rezension] Carol Rifka Brunt - Sag den Wölfen, ich bin zu Hause

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Rückentext: Manchmal verlierst du einen Menschen, um einen anderen zu gewinnen. Manche Verluste sind so schwer, dass sie nicht wiedergutzumachen sind. So geht es June Elbus, als ihr Onkel Finn stirbt, der Mensch, mit dem sie sich blind verstand, der ihr alles bedeutete. Doch mit ihrer Trauer ist sie nicht allein. Schon bald nach der Beerdigung stellt June fest, dass sie sich die Erinnerung an Finn teilen muss - mit jemandem, der sie mit einer schmerzhaften Wahrheit konfrontiert. Der sie aber auch lehrt, dass gegen die Bitternisse des Lebens ein Kraut gewachsen ist: Freundschaft und Mitgefühl. Meine Meinung: Wow, was für ein Buch! Einfach nur wow. Carol Rifka Brunt hat mit "Sag den Wölfen, ich bin zu Hause" ein so dichtes und gefülltes Werk geschrieben, dass es ziemlich schnell hätte schief gehen können. Zu viele Autoren wollten schon zu viele Themen in ihre Bücher quetschen. Selten endete das gut. Brunt hat in ihrem Debut das geschafft, woran viele gestandene Autoren ges...

[Rezension] Susan Cain - Still

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Rückentext: In der Stille liegt die Kraft. In einer lauten Welt werden stille Menschen meist überhört - sei es am Arbeitsplatz, in der Schule oder im Privatleben. Susan Cain bricht eine Lanze für die Introvertierten und zeigt, wie wichtig sie für unsere Gesellschaft sind. Neueste Ergebnisse der Hirnforschung bezieht sie dabei ebenso ein wie historische Beispiele. Darwin, Einstein, Gandhi, Chopin, van Gogh, Bill Gates: Sie alle haben Großes vollbracht. Aus ihren Erkenntnissen leitet die Autorin auch konkrete Anregungen für alle sozialen Bereiche ab, von der Organisation des Berufslebens bis hin zur Konfliktlösung in der Partnerschaft. Susan Cain will stille Menschen dazu ermutigen, die eigene Introversion zu erkennen und anzunehmen, denn sie weiß: In der Stille liegt die Kraft! Meine Meinung: Ich gehöre zu den Kindern, denen man früher bei jedem Lehrergespräch gesagt hat, sie sollen sich mehr melden, aktiver werden, sich mehr einbringen. Damals versuchte ich es immer wieder, gab da...

[Rezension] Miguel de Cervantes - Don Quixote

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Rückentext: Mit grandiosem Einfallsreichtum erzählt Cervantes von den Abenteuern des verarmten Adligen, der in einer Traumwelt vergangener Ritterzeiten lebt, und seines treuen Waffenträgers Sancho Pansa. Ähnlich wie Goethes Faust für die Deutschen ist Don Quijote für die Spanier zum Sinnbild eines nationalen Genius geworden. Die Sympathie des Erzählers für seine Figuren und sein liebevoll-ironischer Ton machen Don Quijote zum wunderbarsten Antihelden der Weltliteratur. Meine Meinung: Eigentlich sollte man Klassiker so lesen, wie sie jemand zum damaligen Erscheinen gelesen hat. Doch selbst Literaturwissenschaftler wissen, dass dies unmöglich ist. Wir können ja nicht einfach unser gesamtes Leben ausblenden und Zeitreisen haben bisher auch noch nicht zuverlässig funktioniert. Deshalb nahm ich meine ganze persönliche Lebens- und Leseerfahrung mit, als ich mich ein weiteres Mal an Don Quixote versuchte (das erste Mal war ein Reinfall). Auch hatte ich den Blogeintrag einer Rezense...

[Kurzgebrabbel] Cixin Liu - Der Spiegel

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Dieses Buch fiel mir auf, weil ich einige sehr positive Rezensionen dazu gelesen hatte, und auch der Hexenmeister interessiert sich für den Autoren. So wurde natürlich meine Neugierde geweckt und ich wurde nicht enttäuscht. Zwar kategorisiert sich "Der Spiegel" unter dem Genre "Sci-Fi", doch was Liu hier beschreibt, könnte schon bald knallharte Realität werden. Wem "1984" zu veraltet ist, der sollte sich mal mit dieser Novelle beschäftigen. Mir zumindest lief es eiskalt den Rücken hinunter und ich hoffe, dass die Einführung eines solchen Gerätes nicht mehr zu meinen Lebzeiten stattfinden wird. Wie von einer Novelle zu erwarten, ist die Geschichte kurz und knapp erzählt. Liu braucht nicht viele Worte, um das, was ihn beschäftigt, zu erzählen. Im Anhang findet sich ausserdem ein lesenswertes Nachwort, das dem Leser noch weitere interessante Hintergrundinformationen bietet (u.a. erklärt es Hintergründe zur chinesischen Gesellschaft und zum Verhaltens ...

[Rezension] Franz Kafka - Die Verwandlung

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Rückentext: Der Reisende Gregor Samsa erwacht eines Morgens in seinem Bett als riesiges Ungeziefer... Die Spannung ist gegeben und weicht nicht bis zum letzten Augenblick - Kasimir Edschmid Meine Meinung: Dieses Buch habe ich nun schon zum dritten oder vierten Mal gelesen und jedes Mal entdeckte ich etwas Neues. Kafka schreibt in einer Symbolsprache, die oft so ausgeprägt ist, dass seine Werke manchmal als nicht interpretierbar eingestuft werden. "Die Verwandlung" ist hierbei noch eines der klareren Titel und eignet sich somit sehr gut für Einsteiger in die kafkaeske Welt. Natürlich kann man das Buch so lesen, wie es geschrieben ist. Gregor Samsa verwandelt sich in einen Käfer. So habe ich das damals gemacht, als ich elf oder zwölf war und mit dem Buch überhaupt nichts anfangen konnte. Wieso verwandelt sich der Typ in einen Käfer? Unterdessen weiss ich, dass man bei Kafka tiefer graben muss. Viel tiefer. Dabei entwickelt die Geschichte um Gregor eine Tragik, die ...

[Kurzgebrabbel] Andrej Kurkow - Pinguine frieren nicht

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Rezension zum ersten Teil: Picknick auf dem Eis Fast vier Jahre ist es her, dass ich Viktor und Mischa-Pinguin kennenlernen durfte. Allerhöchste Zeit also, in Erfahrung zu bringen, was aus den beiden geworden ist. Das Ende des ersten Romans möchte ich hier nicht verraten, jedoch nur soviel, dass die Handlung von "Pinguine frieren nicht" kurz darauf einsetzt. Grundsätzlich kann alles, was ich über das Picknick geschrieben habe, auch auf dieses Buch angewendet werden. Noch immer ist die Geschichte eine eher ruhige, dennoch geschieht hier eindeutig mehr, die Handlung ist kompakter und auf ein Ziel ausgerichtet: Mischa zu finden. Dabei nimmt die Geschichte die Grundzüge eines Road-Trips an. Viktor verschlägt es zuerst nach Kiew, dann nach Moskau, bis nach Tschetschenien. Dabei verliert Kurkow niemals seinen klaren Blick für die Lebensumstände der Menschen. Der Zusammenbruch der UdSSR ist noch nicht so lange her und viele sind noch immer auf der Suche nach sich selbst. Auss...

[Rezension] Doron Rabinovici - Die Ausserirdischen

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Rückentext: Eine ausserirdische Macht soll die Erde erobert haben, und die Menschheit gerät auf den Prüfstand - was wären die Folgen? Sol, der Held dieses so rasant wie ironisch erzählten Romans, erfährt sie am eigenen Leib. Und stellt sich der Frage von Schuld und Verantwortung. Meine Meinung: An dieses Buch ging ich heran, ohne den Hintergrund des Autoren zu kennen. Ich las den Rückentext und dachte, "Das wär doch was!". Schlussendlich entwickelte sich die Handlung in eine ganz andere Richtung, als dass ich zu Beginn gedacht hatte, doch fand ich genau das richtig faszinierend und begeisternd. Interessant war auch, dass mir Sol eigentlich eher unsympathisch ist, zumindest seit dem Gespräch mit dem Tierrechtler war er bei mir unten durch. Trotzdem ging er mir nicht auf die Nerven und nur das ist es, was mich an Figuren stört. Ja, Hauptfiguren dürfen unsympathisch sein, ob nun vom Autoren gewollt oder aufgrund von persönlichen Neigungen (wie hier bei mir). Als lesensw...

[Rezension] Tim Winton - Schwindel

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Rückentext: Tom Keely hat mehr als nur eine Midlife-Crisis: Einst bekannter und überzeugter Umweltaktivist, hat er nun, mit Mitte vierzig, durch einen Skandal seinen Job verloren, nebenbei seine Ehe zerstört und will mit der Welt nichts mehr zu tun haben. Alkohol und Tabletten helfen ihm zu vergessen, was schiefgelaufen ist. Er lebt in einem Apartmenthochhaus in Fremantle, einer schäbigen Hafenstadt in der Nähe von Perth, Westaustralien, und dort sieht er täglich vor seiner Haustür, was Gier und Korruption im großen und Gewaltverbrechen und Drogenhandel im kleinen Maßstab aus der Stadt und seinem Land gemacht haben. Als plötzlich Gemma Buck, eine alte Bekannte aus seiner Kindheit, in das Hochhaus einzieht, wird Tom aus seiner Abwärtsspirale gerissen; vor allem Gemmas sechsjähriger Enkel Kai, ein hochsensibler, verstörter Junge, den Gemma aufzieht, weil seine Mutter im Gefängnis sitzt, weckt Gefühle und Kräfte in Tom, die er längst verloren glaubte. Um jeden Preis versucht er, Gemma u...

[Rezension] Graham Greene - Der stille Amerikaner

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Rückentext: »Mit den Menschen, wie sie nun mal waren, mochten sie kämpfen, mochten sie lieben, mochten sie morden: Ich wollte nichts damit zu tun haben.« Der englische Journalist Thomas Fowler sieht den Kolonialkrieg der Franzosen in Vietnam mit kühler Distanz. Er interessiert sich mehr für seine vietnamesische Geliebte Phuong und die asiatische Lebensart als für Politik.  Der Amerikaner Aldon Pyle dagegen arbeitet angeblich für eine Wirtschaftshilfe-Organisation und will, scheinbar naiv, sendungsbewußt und demokratiegläubig, etwas Gutes tun: »… einem Land, einem Kontinent, einer Welt«. Erstaunlicherweise benutzt er Plastikbomben dazu. Meine Meinung: In der Schule haben wir vor einigen Jahren im Englischunterricht Greenes "Our Man in Havanna" gelesen. Da mir das Buch sehr gut gefallen hat, vor allem auch Greenes Ausdruckskraft, nutzte ich sogleich die Chance "Der stille Amerikaner" zu lesen. Der Name spiegelt sich auch im Buch selbst wieder: "Der ...

[Rezension] Erika Fatland - Sowjetistan

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Rückentext: Eine Reise durch die ehemaligen Sowjetrepubliken Zentralasiens: Turkmenistan, Kasachstan, Tadschikistan, Kirgisistan und Usbekistan. Voller Fragen, Neugierde und Abenteuerlust machte sich die norwegische Journalistin Erika Fatland auf in diesen so fernab gelegenen Teil der Welt. Sowjetistan ist das Ergebnis dieser Reise: eine beeindruckende Reportage voller erstaunlicher, ergreifender und skurriler Geschichten, Begebenheiten und Begegnungen, die einem immer wieder aufs Neue die Augen öffnen. Meine Meinung: Kasachstan, Turkmenistan, Usbekistan, Tadschikistan und Kirgisistan - alles Namen, die wir schon mal irgendwie gehört haben, aber nicht wirklich zuordnen können. Genau deshalb finde ich es wichtig, dass es Bücher wie Erika Fatlands „Sowjetistan“ gibt, die uns Ecken der Welt zeigen, die wir bisher kaum gekannt haben. Die Stans waren früher Teil der Sowjetunion und wurden nach deren Zusammenbruch selbstständig. Somit gehören diese fünf Länder zu den jüngsten d...

[Rezension] Tennesse Williams - Cat on a Hot Tin Roof

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Rückentext: Big Daddy' Pollitt, the richest cotton planter in the Mississippi Delta, is about to celebrate his sixty-fifth birthday. His two sons have returned home for the occasion: Gooper, his wife and children, Brick, an ageing football hero who has turned to drink, and his feisty wife Maggie. As the hot summer evening unfolds, the veneer of happy family life and Southern gentility gradually slips away as unpleasant truths emerge and greed, lies, jealousy and suppressed sexuality threaten to reach boiling point. Meine Meinung: Es war der Film mit Elizabeth Taylor, der mich auf dieses Stück aufmerksam machte. Meine Neugierde wurde geweckt und so nahm ich mir vor, auch das Drama von Tennesse Williams zu lesen. Und obwohl es sich um einen wirklich ausgezeichneten Film handelt, schadet es in keinster Weise, auch das geschriebene Stück zu lesen. Im erwähnten Film wurde das eigentliche Herz der Geschichte stark beschnitten: die Homosexualität und den Umgang damit. Tennesse Wi...

[Rezension] Anthony Burgess - Clockwork Orange

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Rückentext: Der junge Alex prügelt, vergewaltigt, tötet - bis man mit Hilfe moderner Technik einen wahren Christen aus ihm macht. Doch zu welchem Preis? Anthony Burgess´ Meisterwerk in überarbeiteter Neuausgabe, mit umfassendem Glossar. Meine Meinung: „Clockwork Orange“ ist bei uns vor allem durch die Verfilmung Kubricks zu grosser Berühmtheit gelangt. Aber auch die literarische Vorlage hat viel von sich reden gemacht. Unter anderem zählt das Buch zu den 100 bedeutendsten Romanen Grossbritanniens. „Die Orange“ ist ein sehr intensives Werk, weswegen es mir auch eher schwer fällt, eine Rezension zu schreiben. Dieses Buch geht zu jenen, die sich den klassischen Beschreibungen von „gut“ und „schlecht“ entziehen. Man kann es mögen oder nicht - aber in eine Schublade stecken kann man es nur schwerlich. Burgess stellt in seinem Buch eine unheimlich schwere Frage: kann sich ein Mensch dazu entscheiden, gut bzw. böse zu sein? Soll man ihm diese Entscheidung überlassen oder zum ...

[Comic] Sarah Barczyk - Nenn mich Kai

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Rückentext: Andrea ist transsexuell - so ein Satz ist leicht gesagt. Aber was bedeutet das eigentlich? In "Nenn mich Kai" geht es um innere Grenzen, um die Frage nach der eigenen, nach individueller Geschlechtsidentität. Da wird ein weites Feld aufgespannt, wenn es nicht mehr heisst: Ich bin ein Mann. Oder: Ich bin eine Frau. Wenn die Dinge komplizierter werden. Sarah Barczyk lotet aus, wie es ist, als Mann in einem Frauenkörper zu stecken. Lebendige Dialoge ziehen durch die Handlung und lassen den Leser nahe dran sein, wenn Andrea ihre Angst überwindet und sich outet. Meine Meinung: Diese Graphic Novel nimmt sich eines Themas an, das in letzter Zeit immer öfter diskutiert wird, oftmals auch sehr polemisch. Für einen Aussenstehenden mag das Thema der Transsexualität schwer nachvollziehbar sein, oft werden Betroffene nicht ernst genommen und werden verspottet. Illustratorin Sarah Barczyk liefert mit „Nenn mich Kai“ einen Comic, der ohne grosses Drama erzählt, wie e...

[Rezension] Max Brooks - World War Z

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Rückentext: In seiner erschütternden Berichterstattung beschreibt der renommierte Zombie-Experte Max Brooks die größte Katastrophe der Menschheit seit den beiden Weltkriegen: den Krieg der Zombies gegen die Menschheit. Ergebnis ist dieses umfassende Standardwerk. In zahlreichen Berichten, Tonbandmitschnitten von Überlebenden und Interviews mit Experten geht er den Ursachen auf den Grund, lässt Augenzeugen zu Wort kommen und gibt wertvolle Tipps zur Prävention und Verteidigung. Meine Meinung: Dieses Buch entdeckte ich vor einigen Jahren in einer Bahnhofsbuchhandlung. Nachdem wir eben erst den Film gesehen hatten, war ich neugierig und nahm Brooks mit nach Hause. Wo er ziemlich lange auf dem SUB vor sich hin gammelte. Hätte ich gewusst, welcher Inhalt auf mich wartete, hätte ich das Buch wohl eher gelesen. Wer einen literarischen Text dessen erwartet, was er im (Heim-)Kino gesehen hat, der wird arg enttäuscht werden. Und genau darin sehe ich all die negativen Kritiken. De...

[Rezension] John Steinbeck - Of Mice and Men

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Rückentext: Drifters in search of work, George and his childlike friend Lennie, have nothing in the world except the clothes on their back - and a dream that one day they will have some land of their own. Eventually they find work on a ranch in California's Salinas Valley, but their hopes are dashed as Lennie - struggling against extreme cruelty, misunderstanding and feelings of jealousy - becomes a victim of his own strength. Tackling universal themes of friendship and shared vision, and giving a voice to America's lonely and dispossessed, Of Mice and Men remains Steinbeck's most popular work, achieving success as a novel, Broadway play and three acclaimed films. Meine Meinung: Steinbecks berühmtes Werk war einer jener Klassiker, die mich eigentlich nie sonderlich reizten. Bis ich dann in Italien diese wundervolle Penguin-Ausgabe fand und sie einfach haben musste. Und manchmal geschehen noch Zeichen und Wunder und ein Buch wird von seinem Dasein als SU...

[Neu im Regal] Neues aus dem Bücherkeller #1

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Seit bald einem Jahr arbeite ich einem Laden, der über ein riesiges Lager nicht nur an Büchern verfügt. Das meiste davon ist nicht mehr verkäuflich und der Chef und ich sind fleissig dabei, alles zu sortieren, wegzuwerfen oder auszuverkaufen. Manchmal finde ich bei diesen Aktionen kleine Schätze und darf die dann kostenlos mit nach Hause nehmen. Da diese Bücher oft reines Regalfutter sind, stört das den SUB auch nicht :) Hier möchte ich euch ab und zu ein paar dieser speziellen Titel vorstellen. Die Eröffnung macht dieses kleine Werk: Vadim Belotserkovsky - Russland vor der Wahl Das Buch ist 1989 erschienen und beschäftigt sich mit einer alternativen Regierungsform für die UdSSR. Dies sei, laut Belotserkovsky, nur die Selbstverwaltung - eine Mischung aus Kapitalismus und Sozialismus. Ja, ich habe das Werk gelesen und ja, ich fand es durchaus interessant. Es hätte ja auch alles ganz anders kommen können als es das dann tatsächlich tat. Heutzutage lebt die Idee der...

[Rezension] Charles Dickens - Grosse Erwartungen

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Rückentext: Charles Dickens schönster und reifster Roman liegt nun in brillanter Neuübersetzung vor. Der Waisenjunge Pip erlernt das Handwerk des Schmieds, dann stiftet ihm ein unbekannter Wohltäter ein Vermögen, damit er sich in London zum Gentleman ausbilden kann. Es geht um Kindheit und Erwachsenwerden, um Arm und Reich, um Klug und Dumm, um Gut und Böse. Melanie Walz hat in ihrer Neuübersetzung den unverwechselbaren, leicht ironischen Ton Dickens' perfekt getroffen. Im Nachwort erklärt sie die Entstehungsgeschichte des Buches. Meine Meinung: Wer kennt dieses enorme Werk der Weltliteratur nicht: „Grosse Erwartungen“ von keinem Geringeren als Charles Dickens. In wie vielen Büchern bin ich schon über diesen Titel gestolpert? Tatsächlich habe ich sogar Lloyd Jones' Buch „Mister Pip“ im Regal stehen. Ohne das berühmte Original gelesen zu haben. Überhaupt - Schande über mich, dass ich mich so lange vor diesem Meisterwerk, diesem Geniestreich gedrückt habe. Denn da...