Posts

Posts mit dem Label "Kurzgeschichten" werden angezeigt.

[Kurzgebrabbel] Sammelbeitrag #1

Wie bereits auf Facebook angekündigt, habe ich momentan kaum Zeit, ausführliche Rezensionen zu schreiben. Auch die Kraft dazu fehlt mir, da aktuell in meinem Leben einiges durcheinander geraten ist, und ich mich um andere Dinge kümmern muss, als zu rezensieren. Da ich jedoch nicht weiss, ab wann alles wieder in geordneten Bahnen laufen wird, fasse ich alle aktuellen Bücher (mit zwei Ausnahmen) in diesem Beitrag zusammen. Es wird vielleicht noch mehr solcher oder ähnlicher Posts geben, da es bestimmt einige Monate dauern wird, bis sich hier alles gelegt hat. Martin Becker/Martina Lisa - Die letzte Metro Dieses Buch beinhaltet Geschichten und Gedichte von 23 jungen und aktuellen Schriftstellern und Schriftstellerinnen aus Tschechien. Ihre Texte kommen ganz unterschiedlich daher, mal kurz, mal lang, mal fantastisch, mal mit aktuellem Realitätsbezug. So lernen wir dieses faszinierende Land aus einem Blickwinkel kennen, der uns Nicht-Tschechen verwehrt bleibt. Oftmals spielt Prag, die...

[Rezension] Franz Kafka - Die Verwandlung

Bild
Rückentext: Der Reisende Gregor Samsa erwacht eines Morgens in seinem Bett als riesiges Ungeziefer... Die Spannung ist gegeben und weicht nicht bis zum letzten Augenblick - Kasimir Edschmid Meine Meinung: Dieses Buch habe ich nun schon zum dritten oder vierten Mal gelesen und jedes Mal entdeckte ich etwas Neues. Kafka schreibt in einer Symbolsprache, die oft so ausgeprägt ist, dass seine Werke manchmal als nicht interpretierbar eingestuft werden. "Die Verwandlung" ist hierbei noch eines der klareren Titel und eignet sich somit sehr gut für Einsteiger in die kafkaeske Welt. Natürlich kann man das Buch so lesen, wie es geschrieben ist. Gregor Samsa verwandelt sich in einen Käfer. So habe ich das damals gemacht, als ich elf oder zwölf war und mit dem Buch überhaupt nichts anfangen konnte. Wieso verwandelt sich der Typ in einen Käfer? Unterdessen weiss ich, dass man bei Kafka tiefer graben muss. Viel tiefer. Dabei entwickelt die Geschichte um Gregor eine Tragik, die ...

[Kurzgebrabbel] Die Meister des Horros

Bild
Edgar Allan Poe ist unweigerlich mit dem Begriff des Horrors verbunden, um ihn kommt man nicht herum. Wie viele Autoren hat er inspiriert und angeleitet? Unzählige. Darunter auch H. P. Lovecraft, der ihn sogar in mindestens einer Geschichte erwähnt. In meiner Anaconda-Ausgaben sind die unterschiedlichsten Geschichten Poes versammelt, sodass man sich einen guten Einblick in sein Werk verschaffen kann. Da gibt es Anlehnungen an Sherlock Holmes, Geister und Affen. Ich muss dabei zugeben, dass einige der Titel für mich etwas zu langatmig und nicht unbedingt gruselig waren. Viele beschäftigten sich mit "herkömmlichen" Morden, gehen also meines Erachtens nach eher in Richtung Krimi. Dennoch habe ich auch hier ein paar grossartige Geschichten gefunden, meine liebste ist immer noch jene vom Roten Tod. Doch mein Held ist und bleibt Lovecraft, der genau jenen Horror schreibt, den ich in vollen Zügen geniessen kann. Seine Geschichten bleiben mir mehr im Kopf als jene Poes u...

[Kurzgebrabbel] H.P. Lovecraft - Die besten Geschichten

Bild
Wer das Grauen sucht, liest Lovecraft. Wie kein anderer versteht es Howard Phillips Lovecraft unsere Urängste zu wecken und die simpelsten Dinge in etwas absolut Furchtbares zu verwandeln. Denn Lovecraft weiss, was uns am meisten ängstigt: das Unbekannte. Die Schatten in den Augenwinkeln. Alles, was wir nicht greifen können. Lovecraft ist der König und der Meister des Horrors, vor dem ich nur zu gerne freiwillig niederknie. Diese Geschichten kann man an einem sonnigen Nachmittag lesen und trotzdem wird man das Gefühl einer drohenden Gefahr nicht mehr los. Lovecraft nachts bei Regen - ein unglaublich intensives Erlebnis. Spannend wird es, wenn man bereits einige Texte Lovecrafts gelesen hat und zu begreifen beginnt, dass sie oftmals übergreifend funktionieren. So taucht zum Beispiel immer wieder das berühmte Necronomicon auf. Aber auch andere Themen und Figuren trifft man immer wieder an. Selbstverständlich gehört auch Cuthulu dazu. Natürlich haben mir nich alle Geschichten der Sammlun...

[Rezension] Galsan Tschinag - Tau und Gras

Bild
Rückentext: Galsan Tschinag erzählt hier die Geschichten, die der Stoff seiner Kindheit sind und die sich in seine Erinnerung eingegraben haben. Geschichten von seiner weitverzweigten Familie, von Festen, Heimsuchungen, Krieg und Liebe. Geträumte Wirklichkeit und als Realität erlebte Märchen verbinden sich und münden in einen Gesang an den Altai. Meine Meinung: 33 kurze Geschichten und Episoden aus seinem Leben gibt Galsang Tschinag hier zum Besten. Es sind eindrückliche und unvergessliche Erlebnisse, die uns mitnehmen in die Mongolei der 50er-Jahre, mitten hinein ins Nomadenleben. Es sind zum Teil sehr persönliche Eindrücke, die der Autor hier mit uns teilt. Diejenige, die mir im Kopf bleiben wird, ist jene, in der der kleine Galsang das Salz seiner Mutter in der Steppe verteilt, da er so sehr unter dem Tod seiner Grossmutter leidet. Das Verhalten des Kindes ist für uns süss, nimmt es doch eine Redensart zu wörtlich, gleichzeitig ist es herzzerreissend, wie der kindliche Schmer...

[Rezension] Nikolai Gogol - Die Nase/Der Mantel

Bild
Rückentext: Mit seinen Petersburger Novellen 'Die Nase' und 'Der Mantel' hat Gogol Weltliteratur geschrieben. Auf einzigartige Weise, vieldeutig und amüsant, mischen sich in seiner Erzählkunst Phantastik und Realismus, Tragik, Humor und Groteske. Im Vordergrund steht in beiden Novellen der Mensch, den die zaristische Gesellschaftsordnung zerreibt. Dem einen fehlt eines Morgens die Nase. Später begegnet er ihr auf offener Straße: in der Uniform eines Staatrats, der er selber gern wäre. Der andere hat unter größten Entbehrungen auf einen neuen Mantel gespart, verliert ihn dann aber kurz nach dem Kauf und zerbricht daran seelisch und physisch. Vieles erinnert in diesen Erzählungen an Laurence Sterne und E.T.A. Hoffmann. Auf Kafkas 'Verwandlung' weist vor allem 'Die Nase' deutlich voraus. Beide Geschichten, „Die Nase“ und „Der Mantel“ sind sehr kurz und rasch gelesen. Aber es braucht auch solche kleine Häppchen in der russischen Literatur,...

[Rezension] Sibylle Schreiber - Ich wollte immer mal einen Liebesbrief schreiben...

Bild
Rückentext: Hast du manchmal Angst, die falsche Entscheidung zu treffen? Solltest du auch! Denn harmlose Situationen können zu den schrecklichsten Ereignissen des Lebens werden - und das nur durch einen unscheinbaren Moment, der plötzlich über Leben und Tod entscheidet. Der schöne, fremde Mann, der nicht ist, was er scheint, eine Frau, die eine Höllennacht allein im Wald erlebt, ein vegetarischer Junge wider Willen, der in einen Blutrausch verfällt und eine todkranke Frau, die Menschen verschwinden lässt. Du glaubst, das kann dir nicht passieren?! Es sind Menschen wie du und ich, die eine Entscheidung treffen, und manchmal ist es die Falsche. Du hast allen Grund, Angst zu haben! Sibylle Schreiber gelingt es, in extrem verdichteten Texten eine beunruhigende Atmosphäre aufzubauen. Schonungslos, erotisch, humoristisch sind ihre Geschichten, die zum Teil erst in der letzten Zeile eine unerwartete Wendung nehmen. Lesen auf eigene Gefahr! Meine Meinung: Zu diesem Buch kam ich dire...

[Hörbücher] H-P. Lovecraft - Grusel-Box

Bild
Rückentext: Grauenhafte Mythen und fremde Mächte, Helden, deren scheinbar behütetes Leben sich stets an der Schwelle zu Horror und Wahnsinn befindet - das ist der Stoff, aus dem die Lovecraft'schen Erzählungen und Gedichte sind. Verstärkt wir die meisterhaft düstere Atmosphäre durch die eigens für dieses Hörbuch komponierte und vom "Orchester der Schatten" gespielte Musik, die den Dämon zum Leben erweckt... Meine Meinung: H.P. Lovecraft ist ein Meister seiens Metiers, subtil und mit einem untäuschbaren Gefühl für das Schauderhafte lässt uns Lovecraft das Grauenhafte erleben, fernab von typischen Horrorfilmen und standartisierten Monstergeschichten. Dieser Autor weiss ganz genau, dass das, was wir nicht sehen, weitaus beängstigender ist, als alles andere. Lovecraft ist der ausserordentliche Meister des Wahnsinns, der bedrohlichen Stimmung und der Albträume. Als ob dies alles nicht schon ausreiche, um einen selbst bei hellem Sonnenschein einen kalten Schauer den R...

[Rezension] Ray Bradbury - Der illustrierte Mann

Bild
Rückentext: In "Der illustrierte Mann" steht ein Mann im Mittelpunkt, dessen ganzer Körper tätowiert ist. Aus diesen Tätowierungen hat Ray Bradbury eine Folge von achtzehn Geschichten über diese und andere Welten komponiert, mit Bildern, die so scharf sind wie die Nadel des Tätowierers und so farbig wie die Tinte, die in die Haut eingebracht wird. Meine Meinung:  Kurz nachdem ich "Fahrenheit 451" gelesen hatte, fiel mir "Der illustrierte Mann" in die Hände. Noch mit den positiven Eindrücken der letzten Lektüre im Kopf, nahm ich das Buch mit nach Hause. Nur dass es dann lange, lange auf dem SUB vor sich hin moderte. Hätte ich gewusst, dass dies viel zu schade ist, hätte ich wohl früher danach gegriffen. Die 18 Geschichten, die Bradbury uns hier erzählt, haben es allesamt in sich. Alle spielen sie in der Zukunft, meistens auf fernen Planeten, die Raumfahrt ist ein wichtiges Thema. Doch das ist nur das Kleid, in das sich der Kern hüllt. Eigentli...

[Rezension] Georgi Gospodinov - 8 Minuten und 19 Sekunden

Bild
Rückentext: Menschenliebe, Schlitzohrigkeit und Weltuntergang: neue Erzählungen des bulgarischen Melancholikers: In Georgi Gospodinovs Erzählungen begegnen wir hinterwäldlerischen Dorfbewohnern auf dem südlichen Balkan, einem Kind, das nacheinander verschiedene Väter adoptiert, einem Autor, der ganz Lissabon nach einer unbekannten Schönen absucht, und zahlreichen simplen oder auch raffinierten Ehebrüchen; einige Geschichten werfen Blicke in die kommunistische Vergangenheit des Landes und andere in die Zukunft der Menschheit. Amazon Meine Meinung: Vor Kurzem wurde Gospodinovs Werk "Physik der Schwermut" den Jan Michalski-Preis. So wurde ich auf den Bulgaren aufmerksam. Leider war erwähntes Buch nicht in der Onleihe verfügbar, sodass ich mich nach einigem Hin und Her für "8 Minuten und 19 Sekunden" entschied. Erst war ich skeptisch, da mir Kurzgeschichten grundsätzlich nicht so zusagen. Zu oft vergesse ich Inhalte und Figuren, da man sie nur kurz begleitet. Doch...

[Rezension] Dan Kieran & Tom Hodgkinson - Das Buch der hundert Vergnügungen

Bild
Rückentext: 'Schatten beobachten', 'Warten, dass der Tee zieht' oder 'Luftpolsterfolie platt drücken' - dass wir die schönsten Dinge im Leben häufig direkt vor unserer Nase finden können, zeigen Dan Kieran und Tom Hodgkinson mit erfrischender Leichtigkeit. "Das Buch der hundert Vergnügunen" ist eine charmante Fibel über das leichte, unbeschwerte Leben und die perfekte Inspiration für jeden Müssiggänger. Meine Meinung: Dieses Buch brachte mir meine Mutter mit, die schon fleissig daran gewerkelt hatte. Sie meinte, ich solle auch mal einen Blick reinwerfen. Natürlich machte ich mich neugierig daran, die hundert Vergnügungen zu entdecken. Schon nach den ersten Seiten traf mich die Gewissheit: Das hier ist das perfekte Toiletten-Buch! Nicht nur wegen der kurzen, amüsanten Texte, sondern auch, weil es zum süssen Nichtstun auffordert. Beziehungsweise dazu, mal etwas ganz Anderes zu tun, als immer nur Mails checken und auf Instagram Bilder zu like...