[BücherSachen] MyManga.ch: Eine Webseite für jeden, der Manga kauft
Vor einigen Monaten wurde ich
an einem Festival auf die Seite www.mymanga.ch
aufmerksam gemacht. Zu diesem Zeitpunkt war ich verzweifelt auf der Suche nach
einem System, all meine Manga zu ordnen und einen Überblick über meinen Bestand
zu erhalten. Ausserdem quälte mich die Frage, ob ich Band 53 von „One Piece“
bereits besass oder nicht. Dann traf ich auf MyManga und diese Probleme lösten
sich in Luft auf.
An einem sonnigen Dienstag im
April durfte ich freundlicherweise einen Blick in Jans Welt werfen. Jan ist der
Kopf hinter der Webseite MyManga.ch und selber begeisterter Sammler der
japanischen Comics. Ein Blick in dessen Zimmer bestätigt die
Sammelleidenschaft: Als erstes sieht man Manga, dann noch mehr davon und noch
ein wenig mehr. Sie sind fein säuberlich in Regalen verstaut, zweireihig. Sie
stapeln sich in Kisten, auch dort sorgsam verpackt.
Was diese Sammlung mit seiner
Webseite zu tun hat, erklärt Jan im Gespräch. Während wir uns gegenübersitzen,
umgeben von alten Konsolenspielen, Computerzubehör und einigen
Merchandise-Artikeln, steht mir Jan offen Rede und Antwort.
Eine
Frage, der sich jeder Mangaleser stellen muss
‚Was ist denn MyManga.ch
überhaupt?‘, werden sich einige Leser bestimmt fragen. „MyManga.ch ist eine
Sammlungsverwaltung für Mangas“, erklärt Jan simpel. Der Sinn dahinter? Die
eigene Sammlung stets abrufbereit haben. Dies geht über die genannte Webseite
oder die gleichnamige Android-App.
Welcher Mangaleser war nicht
auch schon in der Situation, ein tolles Schnäppchen in der Hand zu haben,
jedoch nicht zu wissen, ob dieser Band nicht bereits zu Hause wartet. Dem will
Jan mit seinem Projekt entgegenwirken, denn Jan weiss, wovon er spricht: mit
über 2600 Manga fällt es einem bestimmt ab und zu schwer, den Überblick zu
behalten.
In nur drei Jahren hat Jan,
der online unter dem Namen Bugius bekannt ist, diese stolze Sammlung
zusammengetragen. Da Jan keine Verwaltungsapp gefunden hat, die ihm zugesagt
hat, hat der Informatikstudent kurzerhand selber eine entworfen: MyManga.ch.
Der Name ist auch Programm, denn im Zentrum dieser Seite stehen meine Manga.
Von daher kommt auch der Name MyManga.

Jan vor einem kleinen Teil seiner Sammlung
Das System ist ganz einfach,
wie Jan erklärt: Man meldet sich mit E-Mail und Benutzernamen an und schon geht
es los. Man trifft auf ein leeres Bücherregal, das es zu füllen gilt. „Der
wichtigste Knopf ist der +Manga“, grinst Jan. Denn mit diesem Knopf lassen sich
die Manga ins Regal transportieren.
Für wen ist MyManga.ch gemacht
worden? „Für Sammler und normale Leute“, antwortet Jan bestimmt. Für jene, die
nicht jede Reihe im Kopf behalten wollen oder können. „Eigentlich ist es eine
Webseite für jeden, der Manga kauft.“
Von der Endung .ch sollte sich
übrigens niemand abschrecken lassen. Auf MyManga.ch ist jeder willkommen, es
ist sogar möglich, sich die Seite auf Englisch anzeigen zu lassen.
Was
MyManga ausmacht
Jans Leidenschaft für Manga
zeigt sich nicht nur in seiner gigantischen Sammlung, sondern auch, wenn er darüber
spricht. Immer wieder zieht er einen der bunten Bände hervor, erzählt von
lustigen Begebenheiten und geht offen und ehrlich auf alle meine Fragen ein.
Nein, schlechte Erfahrungen hätte er in seinem Bekanntenkreis zum Glück keine
gemacht. Durch einen Freund sei er sogar erst auf Manga aufmerksam geworden.
Daraus, dass Jan sein Projekt
sehr am Herzen liegt, macht er kein Geheimnis. Er kontrolliert Einträge
regelmässig, schaut, dass alles läuft, und plant momentan sogar eine dritte
Version von MyManga.ch. Diese ist aktuell in Planung und soll die Benutzung
noch einfacher und übersichtlicher machen. Das Herzstück aber, das Regal mit
den Mangarücken, bleibt bestehen.

Das berühmte Bücherregal von MyManga.ch mit dem wichtigen "+Manga"-Knopf
Besonders wichtig ist ihm dabei,
dass die Webseite und die App kostenlos sind und es auch bleiben werden.
MyManga soll keine Socialnetwork-Seite werden, sondern weiterhin auf Manga
spezialisiert bleiben. Die Seite ist von einem Fan für Fans gemacht worden und
so soll es auch bleiben.
Als ich zum Schluss noch nach
Jans Lieblingsmanga frage, überlegt er kurz. „«Battle Angel Alita» und «Battle
Angel Alita: Last Order»“, kommt es dann bestimmt. Bei dieser grossen
Sammlung hätte ich damit gerechnet, dass die Antwort länger auf sich warten
lassen würde. Dann zeigt Jan noch auf eine weitere Reihe im Regal. „Und «Monster!
»“,
fügt er hinzu. Wenn man aus über 2000 Manga so bestimmt seine Lieblinge nennen
kann, dann müssen es eindrucksvolle Titel sein.
Wer weiss, vielleicht werde
ich diese Titel irgendwann auch in mein virtuelles Mangaregal stellen. Momentan
bin ich jedoch fleissig dabei, Reihen zu vervollständigen und zu komplettieren.
Denn dank MyManga.ch habe ich endlich einen Überblick über meinen Mangabestand
und sogar eine Einkaufsliste mit allen Titeln, die mir fehlen. Ich persönlich habe
genau das gefunden, wonach ich gesucht habe.
PS: Band 53 von „One Piece“
hatte ich übrigens noch nicht.
Herzlichen Dank an Jan für das nette Gespräch!
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