[Rezension] Walter Moers - Die 13 1/2 Leben des Käpt'n Blaubär

Rückentext:
Ein Blaubär, wie ihn keiner kennt, entführt den Leser in eine Welt, in der Phantasie und Humor auf abenteuerliche Weise ausser Kontrolle geraten sind. In 13 1/2 Lebensabschnitten kämpft sich der Held durch ein märchenhaftes Reich, in dem alles möglich ist - nur nicht die Langeweile!

Meine Meinung:
Es ist schon einige Zeit her, dass ich meinen letzten Moers gelesen habe, als ich dann die Möglichkeit hatte, günstig den berühmten Blaubären zu ergattern, griff ich natürlich zu. Den zweiten Teil seiner Labyrinth-Reihe fand ich zwar eher mau, aber auf dieses Buch freute ich mich sehr.

Und der Blaubär hat mich auch nicht enttäuscht!

Klar, an einigen Stellen war es mir etwas zu viel der Selbstbeweihräucherung, aber wenn man als Leser erst einmal begreift, dass nicht Blaubär der eigentliche Protagonist des Buches ist, sondern Zamonien und seine Einwohner, kann man das alles getrost zur Seite schieben.

Die Einfälle Moers sind hochgradig kurios, grandios und famos. Mehr als einmal fragte ich mich, wie man denn auf sowas kommt. Am besten hat mir natürlich Atlantis gefallen, ein Panorama einer Grossstadt, wie wir sie ebenfalls kennen und wieder-erkennen, trotz der unterschiedlichen seltsamen Gestalten, denen wir dort begegnen.

Die Bilder Moers', die jedes seiner Bücher zu einem künstlerischen Highlight werden lassen, sind auch hier von ausgezeichneter Qualität und das, obwohl ich "nur" die Taschenbuchausgabe besitze. Ehrlich, ein Moers-Buch oder Moers-Bilder wäre nicht dasselbe, für mich gehört beides einfach zusammen. Diese Bilder machen viel des moerschen Zaubers aus, den der Autor auf so viele Leser gestreut hat.

Mal witzig, mal rasant, mal skurril - Langweile kommt auf über 700 Seiten keine auf. Das muss ein Autor mal schaffen! Selbst die grössten Klassiker haben ihre Hänger, oft in der Mitte des Buches. Aber Moers schreibt da einfach drüber hinweg.

Wunderbar ist es auch, wenn man alte Bekannte wiederentdeckt. Deshalb gefallen mir solche Universen, die man zwar lose lesen kann, aber doch immer wieder ein paar bekannte Gesichter entdeckt. Seien es nun die Epen von Mythenmetz oder Rumos Gastauftritt - ich habe mich über sie alle gefreut. Da ich aber noch nicht alle Titel von Moers gelesen habe, könnte es gut sein, dass mir ein paar entgangen sind. Aber die treffe ich hoffentlich woanders wieder an.

Deutschland kann echt stolz sein auf seinen Moers. Jemand sollte ihn mal für den Deutschen Buchpreis vorschlagen. Das wär doch was. Verdient hätte er es - meine ganz persönliche, enorm voreingenommene Meinung.


Walter Moers
Die 13 1/2 Leben des Käpt'n Blaubär
TB, 2001
Goldmann

3-442-41656-6

Kommentare

  1. Mein erster Moers und bisher auch einer meiner liebsten (ich habe Rumo noch nicht gelesen). Ich lese es gerade meinem Freund vor und finde, dass es sich wunderbar als Vorlesebuch eignet!

    Liebe Grüße ♥

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Der Blaubär hat sich auch bei mir bis ganz nach oben gerangelt :D Die Idee mit dem Vorlesen finde ich wundervoll! Und ich hoffe, dass du auch irgendwann dazu kommst, Rumo zu lesen :)

      Viele Grüsse <3

      Löschen

Kommentar veröffentlichen

Beliebte Posts aus diesem Blog

[Award] Discover new blogs!

[Rezension] Rico Forwerk - Amurante: Die Krankheit

[Sonstiges] Noch einmal Hong Kong oder: Mein erstes Fotobuch