[Rezension] Clemens Blaim - Unverwüstlich

Rückentext:
Aaron ist eigentlich ein ganz normaler Junge, aber die Menschen haben ihn nie so gesehen. Seit seiner Geburt sitzt er im Rollstuhl und die Krankheit, an der er leidet, droht ihn allmählich umzubringen. Doch ein glücklicher Zufall rettet Aaron nicht nur das Leben, sondern verleiht ihm auch noch Superkräfte, die ihn von seiner Behinderung befreien. Unterstützung erhält er von der außerirdischen Kriegerin Milena, die als Flüchtling auf der Erde lebt und eine persönliche Bindung zu Aarons neuen Kräften hat. Gemeinsam fliehen sie vor einer hinterhältigen Verschwörung, in dessen Visier der Junge gerät. All das zwingt Aaron zu lernen, was für eine Art Mensch er wirklich ist: Held oder Feigling?

Meine Meinung:
Es war der Autor Clemens Blaim, der an mich herantrat und anfragte, ob ich sein Buch lesen möchte. Selbstverständlich wollte ich, denn nicht nur klang der Inhalt vielversprechend, sondern aus war auch die Biographie Blaims, die mich für "Unverwüstlich" einnahm.

Schon von der ersten Seite an war ich beeindruckt, auf welch hohem Niveau Blaim schreibt. Natürlich gibt es noch ein paar Feinheiten zu beachten, so wird z.B. zu oft "die mächtige Kriegerin" verwendet, aber dafür, dass es die erste Veröffentlichung dieses jungen Schriftstellers ist, kann ich wirklich nur den Hut ziehen. Schreibt Blaim so weiter, kann ich mir sehr gut vorstellen, dass er irgendwann bei einem der grösseren Verlage unterkommen wird.

Die Handlung selbst überzeugt durch eine Mischung aus Bekanntem und neuen, kreativen Einfällen. Einen Helden mit Aarons Hintergrund trifft man definitiv selten an, vor allem im Genre der Sci-Fi. Auch später, bereits mit Superkräften ausgestattet, erinnert er sich immer wieder an seine Krankheit, seinen Hintergrund, was viele von Aarons Entschlüssen beeinflusst.

Überhaupt liest sich "Unverwüstlich" wie ein Marvel-Film, was ich als positives Kriterium anführe. Es ist eine gelungene Mischung aus Action, Humor und Sci-Fi. Dies hilft vor allem Einsteigern in das Genre, da man sich erst einmal auf vertrautem Terrain bewegt. Kennt man sich bereits ein wenig aus, ist man verlockt, zu denken, dass das Buch vorhersehbar wird. Wird es nicht. Kaum dachte ich, ich hätte raus, wie es weitergeht, wendet sich das Blatt.

Auch gefiel es mir Blaims Humor ausnehmen gut. Kaum dachte ich, dass manche Elemente des Buches ein wenig an "Star Wars" erinnern, fügt der Autor eine Pointe ein und macht sich selbst darüber lustig. Solche soziokulturellen Anspielungen finden sich vermehrt und ich mochte jede einzelne davon.

Was mir persönlich etwas fehlte, war Tempo. Zwar passiert sehr viel in dieser Geschichte, doch das Erzähltempo bleibt stets in etwa konstant. Auch die bereits erwähnten Wortwiederholungen bereiteten mir ein klein wenig Mühe. Jedoch denke ich, dass Blaim bei seinem Talent diese kleinen Details rasch ausgemerzt haben wird.

Gerne hätte ich auch mehr Hintergrundinformationen über Milena und Raora, bzw. über ihre Herkunft, gehabt. Gab es sprachliche Barrieren, als sie ankamen? Wie muss ihr Planet beschaffen sein, dass sie eine silberne Hautfarbe entwickelt haben? Da "Unverwüstlich" jedoch einen Schluss bietet, der auf einen weiteren Teil schliessen lässt, denke ich, dass diese Fragen im zweiten Band beantwortet werden.

Ich auf jeden Fall wäre neugierig darauf, zu erfahren, wie es Aaron und Milena weiterhin ergehen und natürlich auch, wohin sich ihre spezielle Beziehung entwickeln wird.


Clemens Blaim
Unverüstlich
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Ich bedanke mich herzlich bei Clemens Blaim für die Bereitstellung des Leseexemplares!

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