[Rezension] Fjodor Dostojewski - Der Spieler
Rückentext:
Die zentralen Motive in Dostojewskis erzählerisch dichtem Roman "Der
Spieler" sind geradezu klassisch: die Liebe, das geld und die Macht.
Zerrisen zwischen Eros und Geltungsdrang finden die Hauptfiguren keinen
Weg, um ihrem tragischen Ende zu entgehen. Die Abgründe der Spielsucht
kannte Dostojewski (1821 - 1881) aus eigenem Erleben. In Deutschland
verfiel er dem Roulette, spielte oft tagelang und verlor seinen letzten
Ersparnisse. Die Unmittelbarkeit dieser Erfarhung ist überall im Roman
beunruhigend spürbar: Das Spiel ist die rauschhafte Provokation des
Schicksals.
Meine Meinung:
Das Thema dieses Romans ist kein einfaches: die Spielsucht.
Meine Meinung:
Das Thema dieses Romans ist kein einfaches: die Spielsucht.
Wie immer fängt alles ganz harmlos an, nur ums ich
dann mehr und mehr aufzubauen. Als Leser hat man lange das Gefühl, dass
Hauptfigur Alexei alles ganz gut im Griff hat. Aber er sind die kleinen
Dinge, die sich mehren. Zitternde Hände, erhöhter Herzschlag.
Gibt es einen Unterschied darin, ob man für jemand
Anderen spielt oder für sich selber? Um diese Frage kreisen wir. Der Anstoss
kommt von aussen, genauso wie der Druck, der auf Alexei ausgeübt wird. Dem
Druck under Verlockung des Geldes, denen er schlussendlich erliegt.
Diese Teile der Geschichte sind sehr intensiv
geschildert; man merkt, dass Dostojewski selber Erfahrungen mit dieser Sucht
gesammelt hat. Er weiss also, wie es sich anfühlt. Wie man in diesen Strudel
hineingerät.
Dennoch weiss ich bisher noch immer nicht so recht,
was ich von „Der Spieler“ halten soll. Es ist poetisch und präzise geschrieben,
ein richtig russisches Stück Literatur, aber dennoch hat mir etwas gefehlt.
Oder es war mir etwas zu viel. Denn wie so manche Russen zuvor, hängt Alexei
mit Herz und Nieren an seiner Auserwählten Polina.
Polina aber trieb mich mit ihren Spielchen
teilweise beinahe in den Wahnsinn, sodass ich Alexei am liebsten mal kräftig
durchgeschüttelt hätte. Wobei das auch nichts genutzt hätte, da bin ich mir
sicher. Immerhin wird Polinas Verhalten am Schluss noch erklärt, aber Alexeis
treudoofe Anhänglichkeit kann ich dennoch in keiner Weise nachvollziehen.
Spass dagegen hatte ich mit den teilweise sehr
bösen Seitenhieben auf andere Nationen. Davor bleibt bei Dostojewski keiner gefreit:
egal ob Deutsche, Engländer, Franzosen oder auch die Russen - sie alle kriegen
ihr Fett weg. Böse, böse, aber zumindest ein Fünkchen Wahrheit steckt in den
langen Reden vielleicht doch drin.
Es wird übrigens viel Französisch geredet, sodass
ein Wörterbuch zum Nachschlagen empfehlenswert ist oder man überliest diese
Einschübe einfach. Aus dem Zusammenhang wird einem als Leser alles klar.
Dostojewski hat mich vor allem durch seine sprachliche
Gewandtheit beeindruckt, sodass ich trotz meines Zweifels gegenüber dem Spieler
gerne weitere Titel aus der Feder des Autoren lesen möchte.

Fjodor Dostojewski
Der Spieler
HC, 2005
Anaconda
Der Spieler
HC, 2005
Anaconda
978-3-93848449-4
Aus dem Russichen von Hermann Röhl
Originalausgabe: Igrok Is sapissok molodogo tscheloweka
Petersburg 1867
Petersburg 1867
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