[Rezension] Katherine Rundell - The Wolf Wilder
Rückentext:
Feo’s life is extraordinary. Her mother trains domesticated wolves to be
able to fend for themselves in the snowy wilderness of Russia, and Feo
is following in her footsteps to become a wolf wilder. She loves taking
care of the wolves, especially the three who stay at the house because
they refuse to leave Feo, even though they’ve already been wilded. But
not everyone is enamored with the wolves, or with the fact that Feo and
her mother are turning them wild. And when her mother is taken captive,
Feo must travel through the cold, harsh woods to save her—and learn from
her wolves how to survive.
Meine Meinung:
Im Bücherforum gab es eine kleine Leserunde zu
diesem Buch und die Kombination von Wölfen und Russland wirkt auf mich wie
elektrisches Licht auf Insekten. Ich muss es einfach lesen! Das schöne Cover
tat sein übriges.
Dennoch muss ich zugeben, dass teilweise etwas Mühe
hatte. Kürzlich erst habe ich „Pax“ gelesen und automatisch erwartete ich von „Wolf
Wilder“ etwas Ähnliches. Dass das Leben der Wölfe wenn nicht erklärt, dann doch
zumindest angesprochen würde, ihr Verhalten, ihr faszinierendes Sozialleben.
Doch spätestens ab dem Moment in dem Feo auf dem Wolf reitet, musste ich mich
von dieser Vorstellung verabschieden.
Das Buch ist eher ein Märchen und sollte als
solches gelesen werden. Ein Märchen oder vielleicht als Roman des magischen
Realismus. Denn die Beschreibungen der Lebensumstände der Menschen ist äusserst
real und passt ins Russland des 20. Jahrhunderts. Lenny treibt sich übrigens
auch irgendwo herum.
Danach war mein einziger letzter Kritikpunkt nur
noch, dass Feo zu überdimensional wirkt. Leider eine Schwäche von vielen
Jugendbüchern. Die Autoren wollen starke Charaktere als Leitfiguren für die
Leser schaffen, jedoch produzieren sie dadurch unerreichbare Helden. Zum Glück
kann sich Autorin Katherine Rundell immer wieder selbst am Zaum reissen und
schafft es so, die Charakterentwicklung wieder auf ein menschliches Niveau
herunterzubringen.
Was dann noch von „Wolf Wilder“ übrig bleibt, ist
wundervoll. Die Beschreibungen des Schnees, das Interagieren der Figuren in
dieser historischen Umgebung, die nur ganz sachte in die Geschichte
hineinspielt, und das grandios spannende Ende bringen reinsten Lesegenuss.
Es gibt einige Kampfszenen, doch das Buch war
weitaus weniger emotional, als ich es erwartet hätte. Vielleicht hätte ich das
anders gesehen, wenn ich nicht eben, wie erwähnt, kürzlich erst das sehr
realistische „Pax“ gelesen hätte. Von Rundells Buch werden mir vor allem die
Schneelandschaften in Erinnerung bleiben.
Und die Aussage von Alexei,dass es unmenschlich ist, jemandem seine Bücher wegzunehmen, bevor er sie ausgelesen hat.

Katherine Rundell
The Wolf Wilder
TB, 2015
Simon & Schuster
The Wolf Wilder
TB, 2015
Simon & Schuster
978-1-4814-1942-0
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