[Büchergebrabbel] Wie ich meine Lesemonate plane

Letztes Jahr habe ich es auf knapp 160 gelesene Bücher gebracht und irgendwie hoffe ich ja, dass ich diese Zahl dieses Jahr toppen kann. Das geht natürlich nicht einfach so vonstatten. Ich weiss nicht, wie andere Vielleser das machen (manche bis zu 250 Bücher im Jahr - da möchte ich auch irgendwann sein!), aber ich plane meinen Lesemonat resolut durch. 

Für mich gehört das zum Spass dazu und hat nichts mit Stress zu tun. Oft kommen ungeplante Bücher dazu, die quetsche ich dann auch noch irgendwie rein *g* Die Planung meines Lesemontas ist für mich Teil der Freude am Lesen. Ich liebe es, die jeweiligen Bücher vor mir aufzustapeln, sie durchzublättern, Seiten zu zählen, ein Gefühl für den jeweiligen Artikel zu bekommen... Deshalb bin ich kein grosser E-Book-Leser: dieses In-die-Hand-nehmen fehlt mir dann zu sehr.

Jeweils Ende Jahr mache ich mir eine Liste mit Lesezielen (2018: SUB auf 30 senken), Challenges und meinen Bücherlisten. Meistens werfe ich die Liste im Laufe des Jahres über den Haufen und mache eine neue - weil ich einfach Spass daran habe, mit meinen Büchern und meinen Bücherwünschen zu spielen.

Hier ein Screenshot meiner diesjährigen Planung (Nummer 1):



Bei einer solchen Planung beziehe ich die obigen Ziele mit ein (z.B. um den SUB auf 30 zu bringen, lese ich jeden Monat mindesten fünf SUB-Bücher), überlege, welche Bücher an den unterschiedlichen Challenges teilnehmen können (eines kann ja verschiedene Kriterien erfüllen) und möchte auch all jene Bücher berücksichtigen, die ich schon immer mal lesen wollte. So schreibe ich diese Liste.

Wenn dann der entsprechende Monat näher rückt, hole ich die Bücher hervor, leihe sie mir aus (Print oder E-Book, je nachdem), sodass ich Ende Monat alles beisammen habe. Meistens ist es dann so, dass im Verlaufe des aktuellen Monats noch ungeplante Bücher dazu gekommen sind (im Januar 2018 schenkte mir eine gute Freundin z.B. ein Buch von Schiller, das ich nun in den Februar "einarbeite").

Sobald alles gestapelt ist, gehe ich nach folgenden Kriterien vor:

  1. Monatsbuch auswählen: Das ist meist ein besonders dickes Werk, an dem ich den ganzen Monat lese (im Januar war das Don Quixote). 
  2. Hauptbücher auswählen: Diese Bücher haben immer Priorität und sind grundsätzlich die Sublinge, die ich mir für den jeweiligen Monat vorgenommen habe (siehe SUB 1-5). Für jede Woche gibt es ein Hauptbuch. Anzahl Seiten / 7 = Anzahl zu lesender Seiten pro Tag. Die Hauptbücher kommen immer mit zur Arbeit, während die Montasbücher und Zweiwöcher zu Hause gelesen werden.
  3. 2. Hauptbücher auswählen: Ich weiss, dass ich jeden Morgen vor der Arbeit ca. 90 Seiten lese. Dementsprechend kann ich ein zweites Hauptbuch entsprechend der Anzahl Seiten des ersten Hauptbuches wählen.
  4. Zweiwöcher auswählen: Bücher, die ich abends zu Hause lese. Meistens auch Titel, die etwas mehr Umfang haben. Diese Titel werden innerhalb von zwei Wochen gelesen. Anzahl Seiten / 14 = Anzahl zu lesender Seiten pro Tag.
  5. E-Book auswählen: Das wird meist auf den Monat verteilt. Manchmal kommt es vor, dass ich zwei Bücher am Computer lese, z.B. wenn eine Anfrage eines Autoren einkommt.
So komme ich auf ca. 10-12 Bücher pro Monat. Nebenher habe ich noch einen E-Book-Reader im Bad, den ich beim Fönen verwende, ausserdem auch immer noch einen religiösen Text, verteilt auf mehrere Monate (aktuell die Apokryphen) und ein "Küchenbuch", das manchmal aber auch eine Zeitschrift ist (aktuell habe ich "Der Abzug" und "Bild der Wissenschaft" da).

Wie gesagt, kann ich schieben und neu planen wie ich lustig bin. Manchmal komme ich nicht so viel zum Lesen wie ich gerne hätte, dann berechne ich die Seiten einfach neu. Oder lese vom einen Buch mehr, damit ich noch ein neues einbauen kann. Diesbezüglich bin ich sehr flexibel.

Auch das Parallellesen stört mich nicht im Geringsten. Vielen geht es so, dass sie sich dann nicht völlig auf das Buch konzentrieren können und Dinge verwechseln. Bei mir ist es genau anders herum: nur ein Buch zu lesen wäre mir viel zu langweilig. Ich brauche Abwechslung und unterschiedliche Figuren, Themen, Welten. Beim Lesen möchte ich gefordert werden und so wie manche erst kurz vor der Prüfung unter Druck anfangen zu lernen, so kann ich das Lesen nur dann richtig geniessen, wenn ein wenig Druck vorherrscht.

Es sind insgesamt ca. 150 - 160 Seiten, die ich täglich lese, was ca. drei Stunden sind. Eigentlich nicht so viel, wenn man bedenkt, dass Lesen mein liebstes Hobby ist. Zum Glück habe ich nebenher noch genug Zeit, um mit dem Hexenmeister abends eine Folge irgendwas zu schauen oder mit ihm zu kochen, zu spielen etc.

Dafür stehe ich dann einfach um 06.00 Uhr auf, um meinem Hobby zu frönen. Vielleicht bin ich doch ein wenig fanatisch... - wer weiss. Ich weiss, dass mir das so gefällt und mich glücklich macht. Also kann es so verkehrt ja nicht sein.

Kommentare

  1. Hallo Jari,

    dein letzter Satz ging bei mir jetzt unter die Gürtellinie. XD Ich stehe um 5 h auf und es hat nichts mit meinem Hobby zutun.

    Ansonsten finde ich deinen Leseplanungsbeitrag sehr interessant. Anfangs habe ich mir gedacht, dass ich total unsystematisch vorgehe, doch wenn ich deine Ausführungen so lese - nein - ganz ohne System läuft’s bei mir nicht.

    Jedenfalls merkt man deinem Beitrag an, wie viel Spaß dir das Lesen und Planen macht. Das finde ich toll!

    Liebe Grüße,
    Nicole

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    1. Hallo Nicole,

      Phu, das musste ich ein Jahr lang auch. Mach ich nie wieder! Hast du dafür nachmittags wenigstens früher fertig?

      Ich denke, jeder hat so ein bestimmtes System - mehr oder weniger ausgeklügelt.

      Danke dir! Und viele Grüsse
      Jari

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  2. Oh wow, das ist natürlich eine schöne Art sein Lesejahr zu planen.
    Mir wäre das allerdings zu durchgeplant... Ich habe meine Jahresübersicht und durch das Forum auch schon viel mehr Übersicht in mein Leseverhalten gebracht, aber solch eine exakte Planung würde bei mir nur wieder in einer totalen Leseflaute enden. Das habe ich ja im letzten Jahr bemerkt, als ich so viele Challenges hatte, mir dafür Bücher rausgesucht hatte und dann so gar keine Lust auf die ausgewählten Bücher hatte...

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    1. Es freut mich zu hören, dass dir das Form etwas Überblick bietet. Und Leseflauten sind echt ätzend, deshalb ist es gut, dass du dich von den Challenges lösen konntest. Lesen soll Spass machen und keinen Stress verursachen!

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  3. Hallo Jari!

    Ich find dich so toll! :D

    Wieso?
    Weil du, was Bücher anbelangt, genauso drauf bist wie ich mit Filmen und Serien. :)

    LG
    Stephan

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    1. Danke für deinen lieben Kommentar :D
      Ich seh schon, wir verstehen uns ;) :D

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    2. Gern geschehen. :D
      Und wie wir uns verstehen. ;) :D

      LG
      Stephan

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  4. Wow, das ist wirklich eine beeindruckende Planung, die du da an den Tag legst. Ich finde das auf jeden Fall super faszinierend, obwohl ich längst nicht so strukturiert bin ^^. Gerade für Challenges und andere Ziele arbeite ich aber gerade daran, wenigstens ein minimales System zu entwickeln.
    Hut ab auf jeden Fall und weiterhin viel Erfolg mit deinen Leseplänen!
    LG
    Charlie

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    1. Vielen Dank für deine lieben Worte :)
      Jeder findet früher oder später eine Art und Weise, die zu ihm passt und mit der er sich wohl fühlt.
      Danke dir und auch dir ein erfolgreiches Lesejahr!

      LG
      Jari

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