[Rezension] Gottfried Keller - Der Schmied seines Glückes
Rückentext:
Keller Novelle Der Schmied seines Glückes aus dem zweiten Teil des Zyklus Die Leute von Seldwyla führt den Glücksritter John Kabys vom idealistischen romantischen Höhenflug zurück in das realistische Spannungsfeld zwischen individuelle Spannungsfeld zwischen individuellen und gesellschaftlichen Kräften. Posse, Parodie und moralischer Ernst zeigen in ihrem Ineinanderspiel die Spannungsweite und den Nuancreichtum der Kellerschen Novellistik.
Meine Meinung:
Nach der Leserunde zu Gottfried Kellers „Kleider
machen Leute“ war meine Neugierde auf Seldwyla geweckt. Der Hexenmeister hat
mir vor vielen, vielen Jahren mehrere Geschichten davon geschenkt und in jedes
Büchlein eine süsse Widmung eingetragen - eine Schande also, dass ich die Texte
noch nicht gelesen habe.
Das möchte ich nun schnellstmöglich nachholen und
habe deshalb nach dem nächsten Buch Kellers gegriffen, welches „Der Schmied
seines Glückes“ war. Ein Werk, auch nicht länger als obig genanntes, da es
eigentlich auch in den Seldwyla-Zyklus gehört.
Auf den ersten Blick ähneln sich beide Geschichten
sehr und ich fühlte mich fast schon in die Leserunde zurückversetzt. Doch bald
merkt man, dass dies eben nur auf den ersten Blick so scheint. Sie ähneln sich,
ohne aber zu nahe zu sein. Man könnte sagen, die Werke seien Cousins. Doch hat
„Der Schmied seines Glücks“ eine andere Aussage als der erste Titel und
funktioniert durch eine ganz andere Dynamik.
Kellers Erzählstil ist indes derselbe, leicht
schmunzelnde Grossvater, der uns erzählt, was Kabys so alles anstellt. Manchmal
schüttelt er ein wenig den Kopf, lässt den Jungen aber gewähren - immerhin ist
es seine Geschichte, da will der Erzähler nicht zu viel darin herumpfuschen.
Ich gehe soweit zu sagen, dass jemand, der bereits
mit „Kleider machen Leute“ Mühe hatte, sich den Schmied sparen kann. Wer aber
seinen Spass mit den Kleidern hatte, auch „Der Schmied seines Glückes“
entdecken sollte.
Unterdessen bin ich ganz versessen auf Kellers
Geschichten, da ich seine Art und Weise unterdessen sehr lieb gewonnen habe.
Als nächstes werde ich mir wohl „Spiegel das Kätzchen“ vornehmen und hoffe,
damit ebenso vergnügliche Lesestunden zu verbringen wie mit seinen beiden
Vorgängern!

Gottfried Keller
Der Schmied seines Glückes
Novelle
Mit einem Nachwort von René Nünlist
TB, 2007
Der Schmied seines Glückes
Novelle
Mit einem Nachwort von René Nünlist
TB, 2007
Reclam
978-3-15-006175-6
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