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[Rezension] Friedrich Christian Delius - Der Sonntag, an dem ich Weltmeister wurde

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Rückentext: Am berühmtesten Tag der deutschen Nachkriegsgeschichte, dem Tag, an dem der krasse Außenseiter Deutschland Fußballweltmeister wird, am 4. Juli 1954, wird ein elfjähriger Pastorensohn in dem hessischen Dorf Wehrda wie an jedem Sonntag geweckt: vom Lärm der Kirchenglocken, die eine Viertelstunde lang nur eine Botschaft einläuten: Du sollst den Feiertag heiligen! Am Nachmittag dieses Sonntags hört er jedoch einem "unerhörten Gottesdienst" zu: Herbert Zimmermanns Radioreportage wird für den schüchternen, stotternden Elfjährigen zu einer Art Damaskus-Erlebnis. Das religiöse Vokabular des Reporters, das in der Huldigung an den "Fußballgott" Toni Turek gipfelt, schockiert den Jungen zwar. Für zwei Stunden dem "Vaterkäfig" entronnen, erlangt er aber eine Ahnung von Freiheit - "ich war der glücklichste von allen, glücklicher vielleicht als Werner Liebrich oder Fritz Walter". Meine Meinung: Dieses Buch suchte ich mir für die Supernatura...

[Rezension] Sergej Lukianenko - Sternenspiel & Sternenschatten

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Rückentext: Dies sind die Abenteuer des Kosmonauten Pjotr Chrumow, der eines Tages in seinem Raumschiff einen blinden Passagier entdeckt, einen Vertreter einer kleinwüchsigen Reptilienrasse, die sich gegen das „Konklave“ verschworen hat. Zunächst glaubt Pjotr, die Angelegenheit still und leise bereinigen zu können. Er ahnt nicht, dass sich sein Leben – und das aller Menschen – für immer verändern wird … Meine Meinung: In diesen beiden zusammengehörenden Büchern macht Autor Sergej Lukianenko genau das, was die Sci-Fi so ausgezeichnet kann: anhand einer zukünftigen Welt und ferner Planeten über unsere eigene Welt reflektieren. Die Titel, die eigentlich ein einziges Buch darstellen, sollten man am besten nahe aufeinander folgend gelesen werden, damit man als Leser nicht den Bezug zu dieser Welt verliert. Getrennt lesen geht hier fast nicht, da sie ein Ganzes bilden. Band eins hätte ansonsten kein richtig befriedigendes Ende und Band zwei wäre sehr schwer verständlich. "Ste...

[Kurzgebrabbel] Sammelpost #3

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Albert Camus - Die Pest Ein eindrückliches Werk über Menschen in einer Extremsituation. Vor allem der Beginn hat mich ungemein fasziniert. Leider konnte sich diese Faszination nicht über die ganze Geschichte durch halten. Ich kann nicht genau sagen, woran es lag, dass ich das Buch teilweise als sehr ermüdend empfand. An Camus' Sprache sollte es eigentlich nicht liegen, die ist sehr strukturiert und klar, er versteckt nichts, nicht einmal den Erzähler. Dennoch kam ich nie richtig rein in diese von der Pest verseuchten Stadt, trotz der eindringlichen Schilderungen des Autoren. Auch die Figuren erinnerten mich eher an verwischte Kohlezeichnungen - ich konnte sie kaum auseinanderhalten. Ebenso hätte ich gerne ein paar mehr Frauen getroffen. Scheinbar sind alle Frauen in dieser Stadt alt oder tot... Paul Emanuel Müller - Graubünden in den Werken der Dichter Dies ist ein bereits älteres Büchlein, in dem Müller diverse Autoren und ihre Werke vorstellt. Gemein haben sie alle, dass ...

[Rezension] Wolfgang Schwerdt - Rotbartsaga: Schiffbruch vor Sumatra

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Rückentext: Am 26. November 1653 setzt der kleine, rote Kater erstmals seine Pfoten auf die Planken eines großen Schiffes und tritt damit seine erste Reise als Schiffskater an. Dabei lernt er nicht nur die Tücken und Gefahren des Bordlebens kennen, sondern trifft auch auf die Klabautermiez und den Fliegenden Holländer der letztendlich das Schicksal des Schiffes besiegelt. Nach dem Schiffbruch vor Sumatra schlägt sich Rotbart mit anderen Mitgliedern der befellten seefahrenden Zunft durch den Dschungel der riesigen Insel und begegnet dabei nicht nur seinen wilden Artgenossen. Lebensgefährliche Abenteuer, wilde Streiche, opulente Gelage und natürlich die obligatorischen Besuche in den Katzenspelunken prägen das Leben des Katers, der bereits im Laufe seiner ersten Reise zu einem der legendären Schiffsfelinen wird, deren Heldentaten in den Katzentavernen der Welt die Runde machten. Meine Meinung: Gut Ding will Weile haben, sagt man so schön. Bei Wolfgang Schwerdts "Rotbartsaga...

[Kurzgebrabbel] Sammelpost #2

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Yasmine Galenorn - Vampirnacht "Vampirnacht" ist bereits der 12. Band der Reihe und noch immer werde ich ihr nicht müde. Menolly gegenüber hegte ich stets grossen Respekt, was mich aber auch auf Abstand zu ihr hielt. Dies liegt an ihrer harten und brutalen Vergangenheit. Doch in diesem Band geschehen nun Dinge, die ich ihr voll und ganz gönne, und mich richtiggehend freuen. Es ist toll, dass Galenorn für jedes Buch wieder neue Ideen findet und sich noch immer nicht wiederholt, stets entwickeln sich die Figuren weiter und neue Bande werden geknüpft. In diesem Teil ist mir auch zum ersten Mal bewusst aufgefallen, dass die Autorin nicht voraussetzt, dass die Leserinnen (ein Grossteil der Kundschaft schätze ich weiblich ein) sich noch genau an die Ereignisse aus den frühen Bänden erinnern. Immer wieder fädelt Galenorn Erinnerungen ein, an frühere Geschehnisse und das, ohne dass es auf die Geschichte lähmend wirkt. So wird das eigene Lesegedächtnis aufgefrischt, ohne dabei den F...

[Rezension] Detlev Steinberg - Der Abzug

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Rückentext: Von Januar 1991 bis August 1994 zog die »Westgruppe der Truppen«, so die Bezeichnung der russischen Streitkräfte auf dem Gebiet der ehemaligen DDR, friedlich ab. Rund 340.000 Soldaten verließen - gefolgt von 210.000 Familienangehörigen - unter Mitnahme ihrer gesamten Ausrüstung nahezu geräuschlos das vereinigte Deutschland. Bis zum Abzug war der Alltag der Soldaten, den Detlev Steinberg in seinen Fotografien eindrücklich festgehalten hat, durch die Aufrechterhaltung der militärischen Disziplin und Einsatzbereitschaft bestimmt. Steinbergs Fotografien stechen aus der Masse der überlieferten Bilddokumente hervor. Sie stellen eine fotografische wie zeitgeschichtliche Entdeckung dar. Das Deutsch-Russische Museum, dem Steinberg sein Fotoarchiv zum Abzug mit mehr als 28.000 Aufnahmen übergeben hat, traf für das vorliegende Buch eine repräsentative Auswahl aus dem Werk. Entstanden ist ein beeindruckendes Dokument zu den deutsch-russischen Beziehungen. Meine Meinung: Detlev ...

[Kurzgebrabbel] Sammelbeitrag #1

Wie bereits auf Facebook angekündigt, habe ich momentan kaum Zeit, ausführliche Rezensionen zu schreiben. Auch die Kraft dazu fehlt mir, da aktuell in meinem Leben einiges durcheinander geraten ist, und ich mich um andere Dinge kümmern muss, als zu rezensieren. Da ich jedoch nicht weiss, ab wann alles wieder in geordneten Bahnen laufen wird, fasse ich alle aktuellen Bücher (mit zwei Ausnahmen) in diesem Beitrag zusammen. Es wird vielleicht noch mehr solcher oder ähnlicher Posts geben, da es bestimmt einige Monate dauern wird, bis sich hier alles gelegt hat. Martin Becker/Martina Lisa - Die letzte Metro Dieses Buch beinhaltet Geschichten und Gedichte von 23 jungen und aktuellen Schriftstellern und Schriftstellerinnen aus Tschechien. Ihre Texte kommen ganz unterschiedlich daher, mal kurz, mal lang, mal fantastisch, mal mit aktuellem Realitätsbezug. So lernen wir dieses faszinierende Land aus einem Blickwinkel kennen, der uns Nicht-Tschechen verwehrt bleibt. Oftmals spielt Prag, die...